Sport : Eine bessere Hälfte

Schalke 04 überzeugt nur 45 Minuten und gewinnt trotzdem 3:2 gegen Bochum

Richard Leipold[Gelsenkirchen]

Ralf Rangnick hat in Gelsenkirchen eine aufregende Heimpremiere erlebt. „Das Spiel hatte einen hohen Unterhaltungswert“, sagte der neue Trainer des FC Schalke 04, „aber nach dem 3:0 haben wir es nicht geschafft, den Zugriff auf das Spiel zu behalten. Wir haben taktisch noch viel Arbeit vor uns.“ In der Tat, so sieht es aus: Bereits zur Halbzeit hatten die Schalker gegen den VfL Bochum 3:0 geführt, im zweiten Durchgang zitterten sie sich dann mit viel Glück nur noch zu einem 3:2-Sieg.

Die Schalker gingen das Derby mit viel Schwung an und auch bald in Führung. Gerald Asamoah schloss eine ansehnliche Kombination in der zehnten Minute mit dem ersten Treffer des Spieles ab. Zuvor hatten seine Kollegen den Ball vor dem Bochumer Strafraum so lange zirkulieren lassen, bis der Nationalstürmer in Schussposition war und der von Kobiaschwili angespielte Mladen Krstajic den Ball quer auf Asamoah legte. Drei Minuten später traf der bestens aufgelegte Kobiaschwili selbst, nachdem die Bochumer Innenverteidiger Knavs und Kalla ihm den zweiten Treffer geradezu aufgedrängt hatten. Durch den Vorsprung zunächst gestärkt, ließen die Schalker sich ein wenig zurückfallen und erlaubten dem VfL erste Vorstöße, die aber zumeist harmlos blieben.

Die Gelsenkirchener dominierten aber weiter. Von Asamoah mit der Hacke angespielt, vergab Sand die nächste Chance. Kaum hatten die Bochumer wieder ein wenig Ordnung geschaffen, da umspielte Asamoah die Bochumer Abwehr und legte den Ball uneigennützig dem Mittelfeldstrategen Lincoln vor, der von der Strafraumgrenze das 3:0 schoss.

Bei diesem Zwischenstand glaubte nicht einmal der sonst oft so zuversichtliche Bochumer Trainer Peter Neururer an die Wende. „Wir hatten eigentlich keine Möglichkeit, ins Spiel zurückzukommen“, sagte er später.

Doch Peter Neururers Mannschaft kam zurück – und wie. Nach der Pause war es vorbei mit der Leichtigkeit des Schalker Seins. Die Bochumer legten ihre Hemmungen ab und spielten nun so dynamisch nach vorn wie zuvor die Gelsenkirchener. Einwechselspieler Misimovic verkürzte auf 3:1 und Verteidiger Kalla erzielte den Anschlusstreffer. Bei Schalke setzte nun das große Zittern ein, während Bochum aufs Tempo drückte und dem Ausgleich sehr nahe kam.

Der Heimelf gelang nicht einmal mehr das Auswechseln richtig. Als Lincoln geruhsam vom Platz trabte, ging es Schiedsrichter Stark nicht schnell genug. Der Unparteiische zeigte dem zuvor verwarnten Spielmacher Gelb-Rot. Was dann passierte, war allerdings aus Sicht der Mannschaft von Ralf Rangnick erstaunlich: Ausgerechnet in Unterzahl wirkten die Schalker wieder souveräner und brachten das 3:2 gegen die Bochumer über die Zeit.

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