Sport : Eine Chance bleibt

Alba verliert im Uleb-Cup 73:81 gegen Ankara

Helen Ruwald

Berlin - Die Hoffnung währte nicht lange. Auf 72:76 hatte sich Alba Berlin im letzten Viertel gegen Türk Telekom Ankara herangekämpft, ein Sieg schien nach deutlichem Rückstand plötzlich doch noch machbar. Doch einem Dreipunktewurf von Haluk Yildirim folgte ein Blackout von Julius Jenkins, mit 18 Punkten Albas bester Werfer. Beim 3:1-Überzahlspiel warf er den Ball ins Aus statt in den Korb oder zu Dijon Thompson. Als dieser kurz darauf noch einen Freiwurf vergab, war die 73:81 (39:47)-Niederlage besiegelt. Im letzten Spiel am kommenden Dienstag bei Bosna Sarajevo haben die Berliner aber immer noch die Chance, in die nächste Runde einzuziehen. „Es war ein verdienter Sieg von Ankara“, sagte Albas Trainer Luka Pavicevic, „wir hatten Probleme, das Spiel zu kontrollieren.“

Ankara kam als offensivstärkstes Team des Uleb-Cups in die Max-Schmeling-Halle, Alba Berlin hatte zuletzt Probleme in der Verteidigung gezeigt. Die Vorzeichen schienen nicht unbedingt für den Tabellenführer der Basketball-Bundesliga zu sprechen, doch Alba begann überzeugend: Center Patrick Femerling machte die ersten sieben Punkte für sein Team, die Berliner verteidigten stark, und nach einem Dreipunktewurf von Goran Nikolic führten die Gastgeber sogar 16:10. Doch das Team aus Ankara bewies, warum es vor einer Woche Badalona, dem Spitzenreiter der Gruppe A, die erste Niederlage beigebracht hatte. Durch zwölf Punkte von Erwin Dudley im ersten Viertel blieb das Spiel offen, nach zehn Minuten stand es 23:23.

Mit vier Dreipunktewürfen konnte sich Ankara im zweiten Spielabschnitt absetzten, zwei davon machte der zuvor gut abgeschirmte Spielmacher Khalid El-Amin. Der Star der Gäste hatte schon beim Hinspiel in der Schlussphase mit einer Serie von drei Dreiern Albas Niederlage besiegelt. Zwischen jenen beiden Dreiern gestern scheiterten die Berliner überdies im Angriff und brachten den Ball nicht im Korb unter, obwohl sie aus nächster Näher mehrfach zum Wurf kamen.

Ankara zog auf 53:39 davon, die Berliner wurden immer unsicherer und leisteten sich Ballverluste. Eine hohe Niederlage gegen die abgeklärteren Gäste schien zu diesem Zeitpunkt unabwendbar. Aber als Albas Spielmacher Bobby Brown gleich drei Distanzwürfe glückten, schöpften die 6210 Zuschauer wieder Hoffnung (57:65). Zwei vergebene Freiwürfe und Körbe der Türken stellten das alte Kräfteverhältnis wieder her, ehe Julius Jenkins aufdrehte und bei einer 13:5-Serie zum 72:76 sieben Punkte beisteuerte, darunter einen Dreier. Einmal warfen ihm die Gäste den Ball unter dem eigenen Korb direkt in die Arme, Jenkins raste übers gesamte Feld und punktete. Später aber patzte ausgerechnet er mit jenem Wurf ins Aus. Letztlich setzte sich Ankaras Routine und Cleverness durch. In den entscheidenden Situationen machte das Team die notwendigen Punkte, vor allem El-Amin, der mit 24 Zählern Topscorer des Abends war.

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