Sport : Eine Chance für alle

Der Sport ist zufrieden und plant eigene Wetten

Robert Ide

Berlin - Manfred von Richthofen sprach erleichtert ins Telefon. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB) nach dem Spruch der Verfassungsrichter. Die 520 Millionen Euro, die die Sportverbände jährlich aus staatlichen Wetten und Lotterien einnehmen, stehen zunächst nicht zur Disposition. Bis Ende 2007 darf das Wettmonopol in seiner jetzigen Form noch gelten. So lange der Gesetzgeber keine neue Regelung trifft, führt Oddset weiterhin 16,7 Prozent Lotteriesteuer und einen 20-prozentigen Beitrag für soziale Zwecke ab. „Das bringt uns Planungssicherheit“, sagt von Richthofen. Auch der Chef des Berliner Landessportbundes, Peter Hanisch, nahm das Urteil „mit großer Erleichterung“ auf.

Mit den Zuschüssen wird die Sozialarbeit der Vereine unterstützt – etwa Projekte für Jugend-, Senioren- und Freizeitsportler. Das Geld wird über die Landessportbünde an die Vereine verteilt. Sozialkampagnen des Sportbundes werden aus Erlösen der Glücksspirale finanziert.

Die Sportverbände erwarten mittelfristig eine Liberalisierung des Wettmarktes. „Für diesen Fall fordern wir, dass auch die privaten Anbieter eine Abgabe für Sport und Sozialprojekte entrichten“, sagt von Richthofen. Die Sportverbände überlegen bereits, selbst eine Wette anzubieten. Vor allem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will an den Wetten auf seine Spiele endlich mitverdienen. „Das Urteil ist eine Chance für alle Beteiligten“, sagt DFB-Präsident Theo Zwanziger. Die seit Monaten laufenden Gespräche zwischen DFB und Sportbund will Zwanziger zügig abschließen. Auch Oddset würde gern kooperieren. Den Beitrag für den Sport würden die Verbände in diesem Fall nicht an sich selbst ausschütten. „Wir würden sicherlich eher Sozialprojekte unterstützen“, sagt von Richthofen.

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