Sport : Eine Disl verschwindet

Die deutsche Biathletin läuft der Konkurrenz davon und holt ihren 22. Sieg im Weltcup

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Pokljuka (dpa). Uschi Disl hat sich vier Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften in Oberhof als perfekte Schützin präsentiert. Ein Jahr nach ihrem letzten Erfolg feierte sie den 22. WeltcupTagessieg ihrer Laufbahn. Im slowenischen Pokljuka zeigte sich die 33-jährige Bayerin am Freitag als Beste der 60 Biathletinnen bei der zehn Kilometer langen Verfolgung und wiederholte mit nur einem Fehler bei 20 Schuss ihr bestes Resultat im Schießen. Am Ende hatte sie 50,7 Sekunden Vorsprung vor der Weltcupspitzenreiterin Sandrine Bailly (Frankreich), die sich mit zwei Zentimetern Vorsprung vor der Russin Olga Pylewa ins Ziel warf.

Für das erneut erstklassige Team-Ergebnis der deutschen Biathletinnen sorgten Katrin Apel (Frankenhain) als Fünfte, Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) auf dem neunten Rang, Simone Denkinger (Gosheim) auf Position zehn und Weltmeisterin Martina Glagow (Mittenwald), die auf Rang 15 ins Ziel kam.

Uschi Disl hatte nach der dritten von vier Schießeinlagen die bis dahin führende Norwegerin Liv Grete Poiree – am Ende Vierte – überholt und auch beim vierten Schießen fünfmal getroffen. „Vor dem letzten Schießen hatte ich ein bissel Bammel“, sagte Disl. „Bitte, bitte jetzt keine Fehler, damit ich nicht auf der Schlussrunde läuferisch ans Limit gehen muss, habe ich gedacht. Ich war ziemlich kaputt und konnte dann die letzten zwei Kilometer locker gehen.“

Für Bundestrainer Uwe Müßiggang war der Sieg bereits nach dem letzten Schießen sicher. „Sagt der Uschi, sie kann den Fuß vom Gas nehmen. Verfolgerin Pylewa hat einen Fehler geschossen“ – diese Worte funkte Müßiggang dem Betreuerstab an der Strecke.

„Auch wenn es vielleicht nicht so ausgesehen hat, ich habe am Ende Tempo rausgenommen“, sagte Disl. Die Siegerin wurde vom Bundestrainer in höchsten Tönen gelobt: „So gut habe ich sie ganz selten gesehen. Mit der souveränen Art und Weise des Schießens hat sie mich überrascht“, sagte Müßiggang. Ins Lob einbeziehen wollte er auch Katrin Apel. „Sie hat mich ebenfalls beeindruckt.“ Apel selbst war mit dem fünften Rang zufrieden. „Über den Platz freue ich mich“, sagte sie. „Doch dass ich zwei Mal jeweils die letzte Scheibe verfehlt habe, hätte nicht sein müssen.“

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