Sport : Eine Fifa-Delegation nimmt die Republik unter der Lupe

Es ist die einzige Chance, einen guten Eindruck zu hinterlassen, und so scheut der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auch keine Kosten und Mühen: Sechs Inspektoren des Fußball-Weltverbandes Fifa werden heute in München zu einer fünftägigen Tour durch die Republik starten, um sich persönlich ein Bild von der deutschen Bewerbung um die Weltmeisterschafts-Endrunde 2006 zu machen - und sie werden vom DFB und nicht zuletzt vom Bundespräsidenten Johannes Rau fast wie Staatsgäste hofiert.

"Das Urteil dieser Kommission hat ein sehr starkes Gewicht", sagt DFB-Mediendirektor Wolfgang Niersbach aus eigener Erfahrung - er gehörte zu jener Inspektoren-Gruppe, die bei den Bewerbern um die Endrunde 1994 vorstellig wurde. Niersbach wird die Fifa-Gruppe zusammen mit Bewerbungschef Franz Beckenbauer, DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt und Bewerbungs-Koordinator Fedor Radmann bei der Deutschland-Tournee auf Schitt und Tritt begleiten.

Offiziell dient der Besuch der Inspektoren dazu, das 1212 Seiten starke WM-Bewerbungs-Dossier des DFB an Ort und Stelle zu überprüfen. "Das ist ein wesentlicher Schritt in Richtung WM", weiß DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt. Allerdings sieht er deshalb dem Besuch der WM-Prüfer auch ein wenig sorgenvoll entgegen: "Unser Problem ist, dass wir bisweilen auch die Phantasie dieser Herren bemühen müssen."

Gruppenleiter Alan Rothenberg (USA/Organisations-Chef der WM von 1994) und seine Begleiter Walter Sieber (Kanada), Jilong Zhang (China), Yousouf Al-Serkal (Vereinigte Arabische Emirate), Richard Read (Australien) werden viel Vorstellungskraft brauchen: Denn sie werden zahlreiche Computer-Animationen sehen oder Stadien, die im Jahr 2006 ganz anders ausschauen sollen als jetzt. Das fängt heute in München schon an.

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