Sport : Eine Frage des Anzugs

Spandaus Wasserballer spielen und feiern sich selbst

Hartmut Moheit

Berlin - Kurz vor dem Start in die neue Saison redet bei Spandau 04 zurzeit kaum einer über Wasserball. „Was jeder am Sonnabend nach dem Auftaktspiel gegen Neukölln anzieht, ist momentan interessanter“, sagt Peter Röhle. Wie der Spandauer Trainer zum Ball in den Italienischen Höfen in der Zitadelle erscheinen wird, der zum hundertjährigen Vereinsjubiläum stattfindet, hat er entschieden: „Einen Smoking habe ich nicht, einer vom Leihhaus passt nicht, also bleibt nur der dunkle Anzug.“ Wie das erste Bundesligaspiel ab 16.30 Uhr in Schöneberg auf dem Weg zum 26. Meistertitel für Spandau 04 ausgehen wird, bei freiem Eintritt, darauf wollte sich Röhle nicht festlegen. „Ob wir mit zehn oder 15 Toren gewinnen, ist unerheblich.“

Was zunächst ein wenig überheblich klingt, ist es in Wahrheit nicht. Mit seiner Prognose weist Röhle lediglich darauf hin, dass sich die Kräfteverhältnisse in der Wasserball-Bundesliga auch in der kommenden Saison nicht verändern werden. Dabei ist Neukölln ein Play-off-Kandidat. Aber gegen wen Spandau auch spielen wird, der Favorit im 84. Titelkampf ist der deutsche Rekordmeister.

Dass sich die verjüngte Mannschaft aus Neukölln als Gastgeber nicht kampflos geschlagen geben wird, verspricht Trainer Frank Buchholz: „Wir wollen massiv gegenhalten, das Spiel möglichst lange spannend gestalten.“ Während Spandau 04 den Verlust von Thomas Schertwitis (nach Piräus), Patrick Weissinger (Esslingen) und Slawomir Andruszkiewics (Karriereende) durch die Verpflichtung des spanischen Stars Gabriel Hernandez kompensieren konnte, setzt Neukölln allein auf deutsche Talente. Sie werden von René Grotzky und dem wurfgewaltigen Center Carsten Richter geführt. Richter warf zuletzt beim Qualifikationsturnier zur LEN-Trophy in Budapest, bei dem Neukölln ausgeschieden ist, in vier Spielen 16 Tore.

Die Spandauer trainierten ein paar Tage mit dem Champions-League-Gewinner Honved Budapest, und im offiziellen Vergleich gab es dann ein 7:8. Danach wurde viel über Wasserball gesprochen.

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