Sport : Eine Frage des Geldes

Alba Berlin denkt darüber nach, für den verletzten Jörg Lütcke einen neuen Spieler zu holen

Benedikt Voigt

Berlin. Es gibt ein Wort, über das sich Dieter Hauert richtig aufregen kann. Es fängt mit K an und hört mit rise auf. „Wir sollen eine Krise haben?“, sagt der Präsident von Alba Berlin, „das ist absoluter Blödsinn.“ Fünf Spiele in Folge hat der deutsche Basketballmeister verloren, doch das findet Hauert nicht dramatisch. „Es wäre eine Krise, wenn wir Rechnungen nicht mehr bezahlen könnten.“ Außerdem: „Wo steht geschrieben, dass man alle Spiele gewinnen muss?“

Nirgends natürlich. Trotzdem sollte Alba Berlin im heutigen Euroleaguespiel gegen Skipper Bologna (20.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) siegen, um eine gute Chance auf das Weiterkommen zu haben. Die Berliner könnten dadurch mit den Italienern in der Tabelle der Gruppe A gleichziehen. Wenn sie höher gewinnen, als sie das Hinspiel verloren haben (78:88), würde sogar der direkte Vergleich für Alba sprechen. Das wiederum könnte nach dem letzten Spieltag der Vorrunde von Bedeutung sein. Das Problem ist jedoch, dass nach der jüngsten Niederlagenserie nicht viel für Alba spricht. Bologna hingegen konnte am vergangenen Spieltag sogar den Tabellenführer FC Barcelona (82:70) bezwingen. Dieter Hauert könnte auch mit einer Niederlage leben. „Wir müssen aber mit erhobenem Haupt aus dem Spiel gehen“, sagt der Präsident.

Alba hat in der Euroleague noch die Möglichkeit auf das Weiterkommen, in der Bundesliga steht der Klub auf Platz zwei. Hauert sagt deshalb: „Ich finde alles in Ordnung.“ Was nicht in Ordnung ist, ist die Situation auf der Flügelposition. Weil Jörg Lütcke nach seiner Kreuzbandoperation wohl bis Saisonende ausfällt, sieht der Präsident Handlungsbedarf. „Wir müssen nachdenken, ob wir nicht noch einen Spieler holen.“ In den nächsten Tagen will er das Thema mit Vizepräsident Marco Baldi und den beiden Trainern Emir Mutapcic und Burkhardt Prigge besprechen. Die Finanzierung ist schwierig, Sponsoren sollten in diesem Fall nicht einspringen. „Wir müssen das Problem selber lösen, indem wir mehr Vip-Karten verkaufen oder mehr Zuschauer in die Halle locken."

In dieser Saison haben die Spieler an Position zehn bis dreizehn nicht die Qualität, um Jörg Lütcke oder den ebenfalls noch verletzten Marko Pesic zu ersetzen. Spitzenklubs wie Barcelona oder Benetton Treviso haben einen leistungsstärkeren Kader, um Verletzungssorgen zu begegnen, wie sie Alba zurzeit hat. Der Präsident sieht im Moment keine Chance, diesen Nachteil auszugleichen. „Das ist allein eine Frage des Geldes."

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