Sport : Eine ganz besondere Beziehung

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Stefan Hermanns über die seltsamen Entscheidungen des Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat eine ganz besondere Beziehung zum VfL Wolfsburg. 1995 waren die Wolfsburger der Gegner im Pokalfinale, als Effenberg mit Borussia Mönchengladbach den ersten Titel seiner Karriere gewann. Drei Jahre später rettete Effenberg die Borussia, für die er schon in der A-Jugend gespielt hatte, mit einem 2:0-Sieg in Wolfsburg vor dem fast sicheren Abstieg. Effenberg schoss damals ein Tor, ließ sich als Retter feiern – und wechselte anschließend zum FC Bayern München.

Die Beziehung zwischen Effenberg und Wolfsburg wird jetzt noch ein bisschen besonderer, denn der 34-Jährige wechselt jetzt überraschend zum VfL. Irgendwie passt das zu Effenberg. Als vor einigen Monaten feststand, dass die Bayern kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit ihrem einstigen Vorzeigespieler hegten, hat Effenberg eindeutig zu verstehen gegeben, welchem Anforderungsprofil sein zukünftiger Arbeitgeber zu entsprechen habe. Er, Stefan Effenberg, werde – erstens – nicht mehr innerhalb der Bundesliga wechseln, zweitens, nur zu einem Spitzenverein gehen und wolle – drittens – zum Ende seiner Karriere noch einmal richtig abkassieren. Wer denkt da nicht sofort an den VfL Wolfsburg?

Aber Effenberg hat immer schon ein – sagen wir – sehr pragmatisches Verhältnis zur Wahrheit gehabt. Ähnlich, wie es Politikern zuweilen nachgesagt wird. Vielleicht wäre die Politik auch für Effenberg das richtige Betätigungsfeld, wenn er denn seine Karriere als Fußballer tatsächlich irgendwann beendet. Schon vor fünf Jahren hat er angekündigt, Bürgermeister von Niederkrüchten werden zu wollen. Das muss nichts heißen. Statt Niederkrüchten könnte es auch Waldbröl oder Wolfenbüttel werden. Effenberg ist da vermutlich flexibel.

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