Sport : Eine große Koalition

Runder Tisch im Radsport will schnelle Maßnahmen

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Berlin - Für ein erstes Gespräch sind die beschlossenen Maßnahmen durchaus ansehnlich, auch wenn sie nur einen kleinen Anfang darstellen: Die Verbesserung der Wirksamkeit von Dopingkontrollen, die Verschärfung der Sanktionen gegen Dopingsünder sowie die Angleichung der Gesetzgebung an internationale Standards. „Wir hatten eine sehr intensive Diskussion mit einem gemeinsamen Ergebnis“, sagte Rudolf Scharping, der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), nach der dreistündigen Sitzung vor den Cyclassics in Hamburg. 25 Vertreter der deutschen Profiteams, der Renn-Veranstalter und der Sponsoren waren zum ersten runden Tisch des deutschen Radsports gekommen.

Sie stellen allerdings nur einen Teil der Organisationen dar, die zusammenarbeiten müssen, wenn der Radsport im Kampf gegen Doping schnell etwas erreichen will. So wurde denn auch vereinbart, dass möglichst bald mit den anderen europäischen Radsportverbänden und dem Weltverband UCI zusammengearbeitet werden soll. Denn die Drohung von Scharping, dass der BDR Fahrer, die sich möglichen neuen Regularien nicht unterwerfen, nicht mehr nominieren will, gilt nur für internationale Meisterschaften. Es ist geplant, individuelle Fahrerprofile zu erstellen, um beispielsweise Blutwerte bei Kontrollen besser bewerten zu können. Um Änderungen in der Pro Tour, zu der alle wichtigen Rennen gehören, herbeizuführen, braucht es einen internationalen runden Tisch mit den großen Veranstaltern und dem Weltverband, der bislang alleine für die Dopingkontrollen im Umfeld der großen Rennen verantwortlich ist.

Wie verbreitet Doping ist, machte ein Auftritt des ehemaligen Profis Jesus Manzano im Sportstudio des ZDF deutlich. Der Spanier hat auch mit dem Drahtzieher des aktuellen Skandals, Eufemiano Fuentes zusammen gearbeitet und sagte: „Entweder, du machst da mit, oder du stehst auf der Straße. Wir bekamen vom Arzt einen Medikationsplan. Heute Testosteron, morgen Wachstumshormone, in der nächsten Woche Epo.“ Manzano war 2003 nach einer Überdosis Hundehämoglobin bei der Tour vom Rad gefallen und hatte danach ausgepackt.

National wird es vielleicht schon zum Ende des Jahres ein Anti-Doping-Gesetz geben, die Grundlage soll auch am runden Tisch erarbeitet werden. „Was Deutschland betrifft, denke ich, dass wir uns bis Ende September auf einen Katalog einigen werden“, sagte Scharping. Das nächste Treffen ist schon für Anfang August anberaumt. Bei der Deutschland-Tour, die Dienstag startet. klapp

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