Sport : Eine Kanone für den Schalker Jäger

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Gelsenkirchen – Die Sektdusche nach dem letzten Saisonspiel hatte sich Klaas-Jan Huntelaar redlich verdient. Immerhin hatte der Torjäger des FC Schalke 04 zwei Tore gegen Werder Bremen erzielt. Vor allem aber hatte der Holländer mit seinen Saisontreffern 28 und 29 die Torjägerkanone vor Mario Gomez gewonnen und ganz nebenbei den Vereinsrekord von Schalkes ehemaligen Weltklasse-Angreifer Klaus Fischer aus der Saison 1975/76 eingestellt. Zudem ist er erfolgreichster Ausländer in einer Saison. „Das macht mich natürlich stolz“, sagte Huntelaar mit Sekt in den Haaren und der kupfernen Kanone in der Hand.

Der „Hunter“ („Jäger“) , wie er mittlerweile in ganz Deutschland genannt wird, hat neue Maßstäbe gesetzt. 49 Tore erzielte er in der abgelaufenen Saison in allen Pflichtspielen der Bundesliga, im Europapokal und im DFB-Pokal. Das sorgte auch für ehrliche Anerkennung beim Konkurrenten. „Klaas-Jan Huntelaar ist überragend. Er hat eine Super-Saison gespielt. Herzlichen Glückwunsch von mir“, übermittelte Gomez Grüße aus den Katakomben des Kölner Stadions, als die Entscheidung gefallen war. Zuvor hatten seine Münchner Kollegen in Köln bei jedem Angriff erfolglos versucht, Gomez in eine gute Schussposition zu bringen.

So triumphierte Klaas-Jan Huntelaar, der spätestens mit diesem Titel zu einer Attraktion der Bundesliga geworden ist. „Man hatte fast den Eindruck, als ob niemand außer Klaas-Jan aufs Tor schießen wollte“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt nach dem Spiel in Bremen. „Toreschießen ist mein Leben“, sagt Huntelaar. Er war ein Garant dafür, dass die Schalker mit Platz drei die direkte Qualifikation für die Champions League schafften. „Ich habe immer gesagt, dass Klaas-Jan der beste Stürmer im Strafraum ist“, sagte Trainer Huub Stevens.

Seit der Holländer den Holländer trainiert, ist Huntelaar geradezu aufgeblüht. Der 28-Jährige wartet nicht mehr nur auf Anspiele, sondern bringt sich vermehrt in das Schalker Aufbauspiel ein. Er ist gleichzeitig erster Verteidiger und erster Angreifer seiner Mannschaft.

Kein Wunder also, dass die Schalker seit längerer Zeit seinen 2013 auslaufenden Vertrag verlängern wollen. Entgegen aller Befürchtungen, der Stürmer könnte bis nach der EM 2012 warten, um sich das höchstdotierte Angebot herauszusuchen, scheint sich Huntelaar frühzeitiger entscheiden zu wollen. „Über Geld habe ich mit Schalke noch gar nicht gesprochen. Es ist nur wichtig, dass der Trainer bleibt“, sagte der Angreifer. Das dürfte der Fall sein: Stevens hat wie Huntelaar noch Vertrag bis 2013.

Die Nähe zu seinem Heimatort Hummelo kurz hinter der holländischen Grenze hat für Huntelaar viel Charme. Dort hat er seine Freunde um sich. Sein Vater fährt ihn beinahe täglich zum Training. Auch deshalb fühlt sich Huntelaar wohl im Ruhrgebiet. Und trifft und trifft und trifft und trifft. Jörg Strohschein

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