Sport : Eine Klasse schlechter

Die Hockey-Frauen sind bei der EM gegen Holland chancenlos

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Barcelona (Tsp). Die deutschen HockeySpielerinnen haben ihre Grenzen deutlich aufgezeigt bekommen. Im Halbfinale der Europameisterschaft in Barcelona war die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise chancenlos und musste sich Titelverteidiger Niederlande klar mit 1:5 (1:3) geschlagen geben. Sie trifft nun am Samstag im Spiel um den dritten Platz auf Spanien oder England. „Das war ein Klassenunterschied“, gestand Weise, dessen Mannschaft sich das Ticket für Olympia 2004 nun erst im März kommenden Jahres im Qualifikations-Turnier in Neuseeland erkämpfen kann. Denn nur der Europameister ist direkt bei den Spielen in Athen dabei.

„Wir haben phasenweise ordentlich gespielt. Aber in entscheidenden Situationen waren wir den Niederländerinnen total unterlegen“, fasste Weise die 70 Minuten zusammen. Rekord-Nationalspielerin Nadine Ernsting-Krienke gab zu: „Ich spürte eine Machtlosigkeit. Das Match gleitet einem aus den Händen und man kommt nicht mehr hinein.“ Die Niederlage wurde bereits nach 84 Sekunden eingeleitet. Fatima Moreira de Melo lief allein auf die Torfrau des Deutschen-Hockey-Bundes Louisa Walter zu und überwand diese aus Nahdistanz. In der Neuauflage des EM-Finales von 1999 steckte die junge deutsche Elf den frühen Rückstand zwar noch erstaunlich gut weg und erzielte durch Fanny Rinne (7.) den Ausgleich. Doch in der Folgezeit wurde der Druck der Holländerinnen immer größer. Macha van der Vaart (20.) mit einem tollen Lupfer und Kim Lammers (27.) sorgten mit ihren Treffern für die Vorentscheidung.

Einen höheren Rückstand verhinderte die starke deutsche Torhüterin Walter, die in der 30. Minute einen Siebenmeter von Ageeth Boomgardt glänzend parierte. Das DHB-Team versuchte nach dem Wechsel das Spiel noch zu wenden, konnte sich aber keine zwingenden Tormöglichkeiten mehr erspielen. Als die Titelverteidigerinnen dann noch einmal das Tempo anzogen, war es um die Deutschen endgültig geschehen. Minke Booij (54.) und Mijntje Donners (68.) machten den deutlichen Sieg perfekt. Den DHB-Damen bleibt die Erkenntnis: Zur absoluten Weltspitze fehlt ihnen noch einiges.

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