Sport : Eine Krone als Revanche

In Mariendorf geht’s um mehr als die Breeders Crown.

Heiko Lingk

Berlin - Harald Krogmann hat noch eine Rechnung offen in Mariendorf. Der 73-Jährige gehört zu den prominentesten Rennstallbesitzern in Deutschland. Und der Kampf um die Breeders Crown – die Krone der Züchter – gilt neben dem Derby als das zweite große Ereignis der deutschen Trabrennsaison. Bei der zweitägigen Veranstaltung, die am Samstag um 17.30 Uhr und am Sonntag um 13.30 Uhr beginnt, werden insgesamt 400 000 Euro Preisgeld an die Sieger und Platzierten verteilt. Und zu denen will Krogmann gehören – es wäre eine Revanche.

„Früher war ich Herrscher über fünfhundert Lastkraftwagen, heute bin ich Herrscher über Pferde“, sagt der Millionär, der im noblen Münchner Vorort Grünwald lebt. Seinen Reichtum hat Krogmann im Speditionswesen begründet und ist aktuell in der Immobilienbranche tätig. Der Rennstall des gebürtigen Hamburgers genießt im gesamten europäischen Sulkysport ein hohes Ansehen und die Erfolge seiner Pferde drücken sich in Zahlen aus: Über fünf Millionen Euro Preisgeld haben sie mit ihren Leistungen bisher für Krogmann verdient.

Doch der Unternehmer erlebte auf der Rennbahn einen Moment, der ihn bis heute nicht loslässt. Im August 2012 verlor er den Sieg im wichtigsten deutschen Trabrennen, dem Derby in Mariendorf, am Grünen Tisch. Eines der beiden Pferde, die Krogmann in das Derbyfinale gebracht hatte, passierte die Ziellinie zwar als Erster – doch wurde im Anschluss disqualifiziert. Stallgefährte Erik Adielsson sollte mit Hengst Indigious im Schlossbogen einen anderen Traber behindert haben. Nach langen Diskussionen nahm die Rennleitung beide Pferde Krogmanns aus der Wertung. Stattdessen wurden der zweitplatzierte Hengst Dream Magic BE und sein Fahrer Josef Franzl zu Siegern erklärt.

Eine Entscheidung, mit der sich Krogmann nie abgefunden hat und die bis zum heutigen Tag die sportlichen und juristischen Gremien beschäftigt. Denn der Rennstallbesitzer klagte – wenn auch bisher erfolglos – vor sämtlichen Instanzen. Das endgültige Urteil des Landgerichts Berlin wird für den 14. November erwartet. Doch bereits zuvor kommt es zu einer brisanten Begegnung. Denn am Wochenende startet Krogmann genau die beiden Pferde in Mariendorf, die damals beim Derby disqualifiziert wurden. Im Sulky wird erneut der Schwede Adielsson sitzen. Und einer der beiden Traber – der Hengst Indigious – trifft tatsächlich auf den damaligen Sieger: Dream Magic BE.Heiko Lingk

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