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Eine Legende nimmt Abschied : Steven Gerrard verlässt den FC Liverpool

Seit seinem achten Lebensjahr spielt Steven Gerrard für den FC Liverpool. Am Saisonende wird er den Klub nach fast 17 Jahren als Profi verlassen.

Triumphator in Istanbul. 2005 gewann Gerrard mit Liverpool die Champions League.
Triumphator in Istanbul. 2005 gewann Gerrard mit Liverpool die Champions League.Foto: AFP

Steven Gerrard hat die „härteste Entscheidung“ seines Lebens getroffen und wird seinen Herzensverein nach fast 17 Profi-Jahren am Saisonende verlassen. Die Ikone des FC Liverpool gab dies am Freitag bekannt, um bereits aufgekommene Spekulation zu frühzeitig zu beenden. „Dieser Verein ist ein riesiger Teil meines Lebens. Es wird mir sehr schwerfallen, Abschied zu nehmen, aber ich fühle, dass es das Beste für alle Beteiligten ist“, sagte der 34-Jährige am Freitag. Wo Gerrard seine Karriere fortsetzen wird, blieb offen. Ganz sicher wird es aber kein Klub in England werden. „Ich würde nie in Erwägung ziehen, jemals gegen Liverpool aufzulaufen“, meinte er.

Am 24. Mai, dem letzten Spieltag der Premier-League-Saison, wird auf der Insel eine Ära zu Ende gehen. Das vorläufig letzte Heimspiel der Reds an der Anfield Road mit Gerrard im Trikot mit der Nummer 8 wird die Partie am 16. Mai gegen Crystal Palace sein. Auf der legendären „The Kop“-Tribüne der Liverpool-Fans werden dann Tränen fließen. 1989 hatte sich Gerrard als Achtjähriger den Reds angeschlossen. Sein Profi-Debut in der ersten englischen Liga gab er 1998 als Einwechselspieler gegen die Blackburn Rovers - mit 18 Jahren.

„In der heutigen Zeit wird das Wort Legende sehr häufig gebraucht, aber in seinem Fall würde es ihm nicht einmal gerecht werden. Als Führungspersönlichkeit ist er mit niemandem zu vergleichen, mit dem ich jemals gearbeitet habe“, sagte Liverpools Trainer Brendan Rodgers nach der Mitteilung seines Kapitäns. Für mehr als eine Dekade schon sei Gerrard einer der besten Spieler der Welt.  Er absolvierte bislang 695 Partien für die Reds und erzielte 180 Tore. Der Mittelfeldspieler führte den Klub 2005 zum Triumph in der Champions League gegen den AC Mailand. Nach einem 0:3-Rückstand erzielte er das erste Tor seiner Mannschaft, die sich über ein 3:3 ins Elfmeterschießen rettete und die Italiener dann bezwang. Im FA-Cup-Finale 2006 gegen West Ham United glich der Anführer trotz Krämpfen in den Waden in der letzten Minute mit einem Schuss aus beinahe 30 Metern aus. Im Elfmeterschießen verwandelte er sicher. Später wurde die Partie als das „Gerrard-Finale“ bezeichnet. Zudem gewann der exzellente Freistoß- und Elfmeterschütze mit den Reds 2001 den Uefa-Cup. Auch damals gehörte er zu den Torschützen.

Insgesamt holte er zehn Trophäen nach Hause. Der Gewinn der englischen Meisterschaft blieb dem treuen Profi aber versagt. In der vergangenen Saison unterlief ausgerechnet ihm in einer entscheidenden Partie gegen den FC Chelsea ein folgenschwerer Patzer: Gerrard rutschte aus und verstolperte den Ball. Blues-Stürmer Demba Ba traf zum 1:0 der Londoner. Manchester City profitierte und sicherte sich den Titel. Liverpool wurde Zweiter. Wenige Wochen später musste Gerrard den nächsten Rückschlag verkraften. Bei der WM in Brasilien kam das Aus der Engländer in der Vorrunde. Danach beendete der Kapitän der Nationalmannschaft seine Länderspielkarriere.

Am Freitag sagte Gerrard: „Es war die härteste Entscheidung meines Lebens. Meine Familie und ich haben uns lange den Kopf darüber zerbrochen. Ich gebe die Entscheidung jetzt bekannt, damit Trainer und Mannschaft nicht durch Spekulationen über meine Zukunft gestört werden.“ Der Ausnahmefußballer will in seiner Karriere noch einmal andere Erfahrungen sammeln und sicherstellen, dass er nichts bedauert, wenn er seine Laufbahn beende.  Laut englischen Medienberichten ist der dreifache Familienvater in Gesprächen mit den Klubs LA Galaxy, New York Red Bulls und dem New York City FC, um seine glanzvolle Karriere in der amerikanischen Major League Soccer fortsetzen zu können. Irgendwann aber werde er nach Liverpool zurückkehren, um seinem Herzensklub in anderer Funktion zu helfen. (dpa)

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