Sport : Eine Liebe auf Reisen

Mit Manuel Andrack und dem 1. FC Köln unterwegs

André Görke

Eigentlich ist Manuel Andrack ein Verräter. Der Assistent von Harald Schmidt war früher nämlich Fan des Kölner Traditionsklubs Viktoria und hat sich dann in den großen FC verliebt. „Einer dieser Erfolgsfans!“, könnte man meinen, wäre der Tag, an dem er den Klub wechselte, nicht ein verdammt harter gewesen. Es war im April ’86, drittletzter Spieltag, ein 1:3 gegen die Fortuna aus Düsseldorf. Im Fanblock brannten die FC-Fahnen, erinnert sich Andrack, „das hatte es bei Viktoria nie gegeben“. Und so waren die vergangenen knapp 20 Jahre Leben und Leiden mit dem FC eine gute Basis, einen „34er zu machen“ und darüber zu schreiben. Andrack wollte alle 34 Saisonspiele mit dem 1. FC Köln in der Zweiten Liga besuchen, geschafft hat er es nicht ganz. Das Management hatte geholfen und ihm versprochen, dass er „nur in den Mannschaftsbus nicht reinkommt“. Und so beschreibt Andrack die Saison aus vielen Perspektiven: Nach Saarbrücken fuhr er erstmals und „mit weichen Knien“ in einem Kölner Fanbus, quatschte in Dresden mit Hooligans des FC und trank auf der Fahrt nach Unterhaching (natürlich an einem Montag!) viele, ja, sehr viele Liter Kölsch. Ein launiges, oft amüsantes Buch, sprachlich allerdings oft genau so wenig überraschend wie das Offensivspiel des FC.

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