Sport : Eine Liebe von St. Pauli

Stephan Wiehler

über die ewige Verbindung von Fußball und Bier Auf der Hamburger Reeperbahn ist die Liebe traditionell eine flüchtige Angelegenheit – die Dauer menschlicher Beziehungen in der Regel eine Frage des Geldes. Dass aus den kurzen Hautkontakten dennoch immer wieder zeitlose Verbindungen hervorgehen, ist vor allem den Tätowierern von St. Pauli zu verdanken: Bei ihnen haben sich unzählige Seemänner eine bleibende Erinnerung an die Liebe im Hafen auf den Körper malen lassen, neben Ankern und Herzen oder barbusigen Mädchen prangen dann die Namen der Mädchen, Gerti, Ingrid, Chantal – für die Ewigkeit.

So ähnlich dachten die sich das wohl auch in der Holsten-Brauerei, die jetzt einen Werbevertrag mit dem FC St. Pauli geschlossen hat. Die Fußballer des ständig klammen Regionalligisten tragen künftig den Schriftzug von Astra-Bier auf den Ärmeln. Astra, das ist „die Pulle danach“, so lautete vor einigen Jahren ein Werbespruch zur Flasche auf dem Nachttisch neben einem jungen Pärchen. Das passt zur Reeperbahn wie zum FC St. Pauli. Zu deren Spielern hätte die Brauerei gerne eine lebenslange Beziehung aufgebaut, wie Unternehmenssprecher Udo Franke verriet: „Am liebsten hätten wir unser Logo auf den Arm der Spieler tätowiert.“ Der Werbevertrag allerdings ist nur auf ein Jahr befristet, die Tattoos blieben für immer. Das wäre ein günstiges Geschäft für Holsten gewesen. Doch so billig ist die Liebe von St. Pauli nicht zu haben.

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