Sport : Eine Nummer kleiner, bitte!

Armin Lehmann

wünscht sich mehr Gelassenheit von Schiedsrichtern und Klubs Wer sich an das Bild von Schiedsrichter Anders Frisk erinnert, wie er nach einem Münzwurf blutend auf dem Rasen lag, der wird jeden Schiedsrichter verstehen, der wütend und fassungslos darüber ist. Wenn ausgerechnet dieser Frisk zurücktritt, weil er sich, ausgelöst durch falsche Behauptungen des Chelsea-Trainers José Mourinho, mit Morddrohungen konfrontiert sieht, kann man die Emotionen der Schiedsrichter noch besser nachvollziehen. Zumal in Deutschland, wo ja für sie noch der Fall Hoyzer auszuhalten ist.

Leider helfen Emotionen in der Sache selten weiter. Deshalb muss sich Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell fragen, ob er mit seinen Generalverdächtigungen (siehe Kasten unten) und wüsten Beschimpfungen („Dieser Saustall gehört aufgeräumt“) das ohnehin wenig vertrauensvolle Verhältnis zwischen Schiedsrichtern und Vereinen noch mehr belastet. Auch Schiedsrichter-Obmann Volker Roth hat sich sehr extrovertiert geäußert, Mourinho als „Feind des Fußballs“ bezeichnet und ihm indirekt mangelnde Erziehung vorgeworfen. Mourinhos Vorgehen gehört natürlich kritisiert, aber geht es auch eine Nummer kleiner? Selbst Volker Roth weiß, dass es im Fußball um sehr viel Geld geht und Provokationen nun mal dazugehören. Roths Maßstab angelegt, sitzen in jedem Klub, auf jeder Trainerbank Feinde des Fußballs.

Ein bisschen mehr Gelassenheit würde jetzt gut tun. Allerdings müssten diese Souveränität auch die Vereine aufbringen können. Dass Hertha BSC ausgerechnet jetzt öffentlich eine Benachteiligung durch die Schiedsrichter beklagt, ist arm. Und auch eine gezielte Provokation, die niemandem weiterhilft.

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