Sport : Eine Parade hinter der Torlinie Dortmund ärgert sich über 1:1 gegen Hannover

Felix Meininghaus

Dortmund - Dass sich Jürgen Klopp um die Einstellung seiner Spieler bei der Sonntagsschicht keine Sorgen machen musste, war gleich nach den ersten Ballpassagen klar: Die Profis in schwarz-gelb liefen so beschwingt über den Rasen, als seien sie in einem Kurzurlaub im Friaul gewesen und nicht auf der kräftezehrenden Europapokal-Dienstfahrt, bei der sie bei Udinese Calcio nach Elfmeterschießen ausgeschieden waren. Klopp hatte zuvor befürchtet, dass es schwer werden würde, nach dem Kraftakt Konzentration und Kraft zu bündeln, um im Heimspiel gegen Hannover 96 zu bestehen.

Am Ende wurde es vor 66 900 Zuschauern ein 1:1 (1:1), weil Schiedsrichter Wolfgang Stark bei einer entscheidenden Szene eklatant daneben lag. Dortmund führte bereits 1:0, als Robert Kovac ein weiteres Tor köpfte. Doch weder Stark noch sein Assistent Volker Wezel bemerkten, dass Nationaltorhüter Robert Enke den Ball weit hinter der Linie pariert hatte. Mindestens einen halben Meter, wie Klopp mit beiden Händen anzeigte. Auch Tausende auf den Rängen hatten es gesehen, doch das Spiel lief weiter. Ein Ereignis, das laut Klopp „bei meinen Jungs ein brüllendes Ungerechtigkeitsgefühl“ auslöste, „schließlich haben sechs von ihnen aus nächster Nähe gesehen, dass der drin war“. Hannovers Trainer Dieter Hecking räumte ein, „es wäre für uns sehr schwer gewesen, zurück zu kommen“.

Denn schon zu Beginn zeigten die Gastgeber einen Tatendrang, der so gar nichts mit der Tristesse im herbstlich grauen Revier zu tun hatte. Hannover war nicht vorbereitet auf diesen Elan und wurde in der Anfangsphase überrannt. Nach zehn Minuten markierte Nelson Valdez mit einem herrlichen Linksschuss das 1:0, wenig später wurde der Treffer von Kovac nicht anerkannt. So liefen die Dinge gegen den BVB, der nach 25 Minuten beim ersten ernstzunehmenden Konter den Ausgleich durch den Finnen Mikael Forssell hinnehmen musste. Ein Treffer, der die Dortmunder unvorbereitet traf und ihnen Schwung und Souveränität raubte. Hannover gelang es immer besser, sich aus der Umklammerung zu befreien. Künstlerisch wertvoll war es nicht, was beide Teams danach vollbrachten, dafür von großer Leidenschaft geprägt. Chancen hatten beide Teams noch, ein Tor wollte aber keinem mehr gelingen. Felix Meininghaus

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben