Sport : „Eine Privatsache“

Warum Fortuna Chemnitz den in den Wettskandal verwickelten Steffen Karl verpflichtete

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Steffen Karl hat gestanden, in den FußballWettskandal verwickelt zu sein. Sie als Vorsitzender haben ihn trotzdem für Ihren Klub VfB Fortuna Chemnitz verpflichtet. Warum hatten Sie keine Skrupel?

Er hat uns erklärt, dass die Angelegenheit abgeschlossen und jetzt nur noch eine Privatsache ist. Für uns war der sportliche Aspekt ausschlaggebend.

Eine Privatsache? Der Deutsche Fußball-Bund will Karl in Kürze vorläufig sperren. Wird der Vertrag ungültig, wenn er bestraft wird?

Diese Entwicklung ist ja neu. Wir werden am Wochenende mit Herrn Karl reden. Möglich, dass der Ein-Jahres-Vertrag aufgelöst wird. Das muss man sehen.

Gab es Widerstand gegen die Verpflichtung?

Nein. Herr Karl hat uns erklärt, dass es eine Privatsache ist, damit war für uns der Fall erledigt.

Zugleich profitieren Sie natürlich nicht bloß sportlich von Karl. Zum Testspiel gegen den Chemnitzer FC am Mittwoch, als Karl Libero spielte, kamen schließlich 1143 Zuschauer. So viele hätten sie ohne Karl nicht gehabt.

Ich denke, dass wir keine falsche Entscheidung getroffen haben. Aber die Zuschauerzahl hat nicht nur mit Karl zu tun.

Der Sponsor des Chemnitzer FC ist seit dieser Saison auch Geldgeber von Fortuna Chemnitz. Hat der sich bei dieser Zuschauerzahl zufrieden die Hände gerieben?

Eigentlich nicht. Er sagte aber, dass es eine gelungene Veranstaltung war.

Der Sponsor hatte offenbar keine Bedenken gegen eine Verpflichtung.

Nein, die Verpflichtung war mit ihm auch abgesprochen.

Die Mannschaft dagegen haben Sie nicht vorab informiert. Hatten Sie Angst, dass es Gegenwehr geben könnte?

Nein, wir wollten aber erst klären, ob er spielen darf. Dann haben wir mit dem Trainer gesprochen. Und erst dann haben wir die Mannschaft informiert.

Hat sich denn der Deutsche Fußball-Bund schon gemeldet?

Wir haben die Mitteilung erhalten, dass angestrebt wird, Karl zu sperren. Erfreulich war das natürlich nicht.

Die Fragen stellte Frank Bachner.

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