Sport : Eine Reform für die falsche Liga (Kommentar)

diw

Wenn in Deutschland die Hallenhockey-Saison beginnt, freuen sich Fans und Spieler. Die Stimmung wird nicht durch nasskalte Witterung vermiest, es fallen viele schöne Tore, die Atmosphäre ist wegen der höheren Zuschauerzahlen prickelnder als auf dem Feld. Und die Saison ist in kurzer Zeit abgewickelt. Auch die Vereine hängen an dieser Variante des Hockeyspiels. Sie erwirtschaften im Winter die finanzielle Grundlage für die unattraktivere Feldsaison. International verlieren deutsche Mannschaften unter dem Dach fast nie.

Nur: International sind diese Erfolge nichts wert. Was zählt, sind WM- und olympische Medaillen. Die werden nun einmal draußen vergeben. Deshalb wird nun an der Hallenbundesliga herumgedoktert, allerdings halbherzig. Die Klasse wird verwässert, die angestrebte Entlastung der Nationalspieler ist bei zwei Spieltagen weniger marginal. Die Vereine brauchen sich nicht zu beschweren, sie stimmten im Mai der Veränderung auf dem DHB-Bundestag zu.

Wenn aber dem Feldhockey zukünftig mehr Bedeutung zukommen soll, wäre es an der Zeit, auch dort anzusetzen. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum in der schönsten Jahreszeit, im Sommer, die Kunstrasenplätze in Deutschland verwaist sind, weil die Hockey-Familie zu verreisen beliebt. So kommt die Sportart aus ihrem Mustopf nicht heraus. Eine Bundesliga, deren herausragendste Eigenschaft darin besteht, dass für vierzehn Spieltage 26 Wochenenden benötigt werden, ist als Wettbewerb nicht ernst zu nehmen. Die Feldbundesliga wird im deutschen Hockey wie eine Nebensache behandelt. Sie, nicht die Hallenbundesliga, ist reif für eine Reform.

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