Sport : Eine Russin turnt allen etwas vor

Marco Bosch

Berlin - Olga Kapranowa dominierte das Grand-Prix-Finale der Rhythmischen Sportgymnastik in der Max-Schmeling-Halle. Die Russin trat so auf, wie es die 2000 Zuschauer zuvor von der mehrfachen Weltmeisterin Anna Bessanowa aus der Ukraine erwartet hatten. Kapranowa gewann die drei Disziplinen Keulen, Ball und Seil. Die vierte, das Band, ging an die Ukrainerin Natalia Godunko.

Obwohl Bessanowa keine groben Fehler machte, konnte sie keine Disziplin gewinnen. „Die Kampfrichter beurteilen uns, ich kann nur mein Bestes geben – mehr nicht“, sagte die 21-Jährige. Grund zum Jubeln hatte Bessanowa dennoch: Sie bekam auf der letzten Station der Grand-Prix-Serie die Ehrungen für die ersten Plätze in den Gesamtwertungen für das Turnen mit den Keulen und dem Seil. Bei der Weltmeisterschaft in Baku ist das Mehrkampf-Resultat entscheidend. Vor den Wettkämpfen in Aserbaidschan hat Bessanowa mit Olga Kapranowa jetzt ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen. Die Russin wirkte explosiver und sicherer bei ihren mit rasantem Tempo vorgetragenen Kunststücken.

Die beiden deutschen Starterinnen im Finale, Lisa Ingildejewa (Schmieden) und Klaudia Wittmann (Neu-Isenburg) fanden sich am Ende des Feldes. Ingildejewa störte dies nur wenig: Sie erfüllte die Norm des Deutschen Turnerbundes und darf damit bei der Weltmeisterschaft starten. „Ich freue mich sehr, diesmal dabei zu sein“, sagte die 16-Jährige. Der Bund hat indes noch nicht entschieden, ob Wittmann und eine weitere Deutsche ohne Qualifikation dennoch für die WM nominiert werden.

Ob Kapranowa nach dem Erfolg von Berlin jetzt den Mehrkampf-Sieg in Baku vor Augen habe, wurde sie gefragt. „Nein, ich habe solche Ziele nicht. Ich werde mein Bestes geben und sehen, was passiert.“ In ihren Äußerungen ähnelt sie bereits Bessanowa, jetzt kann sie sie auch sportlich einholen.

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