Sport : Eine späte Versöhnung

Frankfurt gelingt noch ein 1:1 beim Hamburger SV

Karsten Doneck

Hamburg - Friedhelm Funkel stand still im Durchgang zu den Kabinen. Ohne sichtbare Regung verfolgte er die letzten Minuten des Spiels beim Hamburger SV im Fernsehen. Nicht ganz freiwillig allerdings. Der Trainer von Eintracht Frankfurt war wegen zu heftigen Reklamierens aus dem Innenraum verbannt worden. Die Szene, die sich dann um 17.18 Uhr auf dem Bildschirm vor Funkels Augen abspielte, schien er gar nicht zu richtig wahrzunehmen. Da war der in der 88. Minute bei Frankfurt eingewechselte Du-Ri Cha am hinteren Pfosten zum Kopfball hochgestiegen. „Der Winkel war ein bisschen spitz“, beschrieb Cha die Situation nachher. Was ihn aber nicht daran hinderte, den Ball für die Eintracht zum 1:1-Endstand ins Netz zu wuchten. Funkel blieb zunächst ganz stoisch, dann begriff er, was da passiert war, und hüpfte wie ein kleiner Junge vor Freude über einen nicht erwarteten Spielausgang herum.

Beim HSV herrschte nach dem Abpfiff Enttäuschung über die fahrlässig vergebene Möglichkeit zum, dreifachen Punktgewinn. „Da haben wir, wenn auch ziemlich glücklich, vier Minuten vor Schluss endlich das 1:0 gemacht. Dann müssen wir das Ding auch nach Hause bringen“, ärgerte sich HSV-Abwehrspieler Bastian Reinhardt. Eine mäßige HSV-Vorstellung schien noch belohnt zu werden, als Daniel van Buyten mit einem Drehschuss in der 85. Minute die Führung erzielte. Der dem Tor vorangegangene Eckball versetzte Frankfurts Trainer in Rage. „Das war völlig ungerecht“, schimpfte Funkel. Wütend schleuderte er eine Plastiktrinkflasche auf den Boden – und musste seinen Platz verlassen. Nach dem späten Ausgleich durch Cha war der Trainer mit sich und der Welt der Schiedsrichter aber wieder im Reinen. „Ich glaube wieder an die Gerechtigkeit im Fußball“, sagte Funkel.

Der HSV litt sichtlich darunter, dass die Mannschaft erst 40 Stunden vorher im Uefa-Cup gegen den FC Kopenhagen hart gefordert worden war. „Da merkst du ab der ersten Minute, dass du nicht mehr so frisch bist“, sagte Bastian Reinhardt. Für Thomas Doll, den Trainer, zeichnet sich die nahe Zukunft schon klar ab: „Wir müssen jetzt so schnell wie möglich regenerieren.“ Die nächsten Aufgaben haben es auch in sich: Am Mittwoch muss der HSV zum VfB Stuttgart, am Sonnabend kommt Bayern München nach Hamburg. Und dann folgt das Rückspiel im Uefa-Pokal in Kopenhagen.

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