Sport : Eine stürzt, die andere weint

Schild gewinnt Slalom, die Rieschs enttäuschen

316257_3_xio-fcmsimage-20091229175029-006003-4b3a33558817a.heprodimagesfotos85120091230imago_sp_122914400007_05295699.jpg
Foto: Reuters

Lienz - Maria Riesch schüttelte nur noch den Kopf. Und Susanne Riesch feuerte wütend ihre Skistöcke in den Schnee. Beim alpinen Ski-Weltcup kämpften die beiden Schwestern am Dienstag zum Jahresabschluss im österreichischen Lienz mit den Tränen. „Es war einfach ein rabenschwarzer Tag für die ganze Riesch-Familie. Meine Schwester hat wahrscheinlich das Podium vergeben, so weit wie sie voraus war. Ich hab irgendwann resigniert“, sagte Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch nach dem überlegenen Erfolg der Österreicherin Marlies Schild. Beste Deutsche war die 19 Jahre alte Christina Geiger, die auf Platz acht fuhr. Maria Riesch musste sich mit Rang 14 begnügen, Susanne Riesch war mit Zwischenbestzeit vier Tore vor dem Ziel gestürzt.

7000 Zuschauer feierten am Fuße des Schlossbergs lautstark den souveränen Sieg der lange verletzten  Schild. Es war ihr erster Sieg seit dem 14. März 2008. Die Österreicherin jubelte ausgelassen im Ziel. Anders ihre deutsche Konkurrentin: Aufrecht fuhr Maria Riesch durch das Ziel und rätselte mit Tränen in den Augen im Zielraum über die ärgerliche Vorstellung. „Ich will mir keine Formkrise einreden, weil ich keine habe“, sagte Riesch, die im Jahr 2009 elf Podestplätze und vier Siege im Weltcup erreichte. Dazu kam der Sieg bei der Weltmeisterschaft. „Dann kann man vielleicht auch so einen unglücklichen Jahresabschluss verkraften“, sagte die 25-Jährige mit dem Versuch eines Lächelns. Im Gesamtweltcup konnte sie nur unwesentlich Boden auf Lindsey Vonn gutmachen. Die US-Amerikanerin, die mit einer schmerzhaften Handverletzung gehandicapt an den Start gegangen war, kämpfte sich auf einen 18. Platz vor. Sie führt dasGesamtklassement mit 594 Punkten vor Riesch (549) an.

Während die große Schwester, deren Tag schon mit einem Stich im Knie beim Einfahren begonnen hatte, einfach nicht so richtig ins Fahren kam, zahlte sich bei Susanne Riesch das Risiko nicht aus. Mit großem Vorsprung hatte sie das Ziel direkt vor ihren Augen, als sie stürzte. „Das ist so bitter, wenn man hört, man hat ’ne Sekunde Vorsprung und scheidet dann am Zielhang aus“, sagte die 22-Jährige, die im Disziplin-Weltcup auf Platz sechs liegt. Hier führt Maria Riesch (243 Punkte) vor Schild (220) und der Französin Sandrine Aubert (216), die am Dienstag vor Kathrin Zettel aus Österreich Zweite wurde. Katharina Dürr als 12., Kathrin Hölzl als 16., Lena Dürr als 21. und Nina Perner als 26. sammelten für den Deutschen Skiverband Punkte. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben