Sport : Eine Task Force gegen Doping

Die Nada vernetzt sich mit Polizei und Zoll

Bonn/Rom - Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) hat angekündigt, ihre Kooperation mit den staatlichen Ermittlungsbehörden auszubauen und will so schnell wie möglich eine eigene Task Force schaffen. Diese Ermittlungsgruppe soll gezielter als bisher nach Dopern und deren Umfeld fahnden. Nada, Bundeskriminalamt, Zoll, Staatsanwaltschaft München I sowie Dopinganalytiker aus Köln und Kreischa haben auf einer Konferenz ihr Interesse an einer Intensivierung der Zusammenarbeit bekundet. Dies teilte die Nada am Mittwoch in Bonn mit.

Ziel der Kooperation ist laut Nada „eine bessere Vernetzung, um die Erfolgsaussichten der jeweiligen Ermittlungsarbeiten zu erhöhen“. Die Nada erhoffe sich dadurch Impulse für ihr Dopingkontrollsystem. Die geplante Task Force „soll interdisziplinär in enger Kooperation mit ihren sportwissenschaftlichen, medizinischen und juristischen Experten sowie mit den Dopingforschern der Labors und den staatlichen Ermittlungsbehörden arbeiten“.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) will ihrerseits im Kampf gegen Clenbuterol ihre Null-Toleranz-Politik aufweichen und künftige Fälle intensiver unter die Lupe nehmen. Das kündigte der Wada-Forschungsdirektor Olivier Rabin vor Beginn eines Kongresses in Rom an. „Es könnte sein, dass beim Auftauchen geringster Mengen vorgeschlagen wird, den genauen Kontext zu untersuchen, frühere Proben zu analysieren und neue Proben zu nehmen“, sagte Rabin. Bisher ging die oberste Instanz im Kampf gegen den Einsatz verbotener Mittel bei jeder positiven Clenbuterol-Probe von Doping aus.

Dennoch entgingen unter anderem Radprofi Alberto Contador und Tischtennisspieler Dimitrij Owtscharow Sperren, weil sie in ihren Körpern gefundene minimale Mengen von Clenbuterol auf die Einnahme von verseuchtem Fleisch zurückführten. „Man muss stets den Kontext beachten“, sagte Rabin und verwies auf ein Expertentreffen nächste Woche in Montreal. „Es ist möglich, dass dabei neue Vorschläge für die Wada-Richtlinien beschlossen werden.“ dpa

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