Sport : Eine Traumvorstellung

Der exzellente Hengst „Overdose“ mit Jockey Suborics gewinnt in Hoppegarten mit Bahnrekord

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Und die Kulisse staunt. Der Hengst „Overdose“ beeindruckte gestern in Hoppegarten rund 10 000 Zuschauer. Foto: dpa
Und die Kulisse staunt. Der Hengst „Overdose“ beeindruckte gestern in Hoppegarten rund 10 000 Zuschauer. Foto: dpaFoto: dpa

Geschwitzt hat er mächtig, und trotz einer über den Kopf gestülpten Kapuze gelang es erst im dritten Anlauf, ihn in der Startmaschine zu platzieren. Das waren alles keine guten Vorzeichen für das Comeback des hochgelobten Pferdes „Overdose“. Sollte sich am Sonntag in Hoppegarten das Drama vom vergangenen Herbst, die Episode von Baden-Baden, wiederholen, als der braune Hengst unter ähnlichen Vorzeichen nach 14 Siegen mit Rang sieben bei der „Goldenen Peitsche“ einen unerwarteten Einbruch erlitten hatte? Es standen ohnehin einige Fragezeichen hinter dem Start des Sechsjährigen in Hoppegarten, obwohl sein Budapester Trainer Josef Roszival versichert hatte: „Overdose ist in sehr guter Form.“ Die Spannung um dieses Pferd, das 2008 aufgrund seiner außergewöhnlichen Sprinterfolge in Ungarn zum „Sportler des Jahres“ gekürt worden war, zog zum Saisonauftakt etwa 10 000 Zuschauer zur Grasbahn.

In Sechserreihen stand ein Großteil von ihnen bereits am Führring vor dem sechsten Rennen, das über 1000 Meter auf der Geraden Bahn extra für Overdose ausgeschrieben worden war. Auch die Wetter konnten sich der Faszination dieses Tieres nicht entziehen, so dass es als 14:10-Favorit ins Rennen ging. Und was war das für eine Vorstellung des dreimaligen Gruppe-Siegers! All das Vorgeplänkel war auf einmal nur noch eine kurze Episode, nachdem Jockey Andreas Suborics das Ausnahmepferd auf die ersten Meter geführt hatte. „Nach etwa 200 Metern habe ich schon gemerkt, dass Overdose an diesem Tag nicht zu schlagen ist“, sagte der 39-jährige Österreicher. Die 5000 Euro Siegprämie gewann der Supersprinter aus Ungarn mit sechs Längen vor dem ein Jahr jüngeren „Shot to nothing“ mit Filip Minarik und zwei vor „Sapphire“ unter Stefanie Hofer. Suborics konnte es sich ein Stück vor der Ziellinie leisten, Handküsse in Richtung der begeisterten Zuschauer zu verteilen. „Overdose“ verbesserte in 54,1 Sekunden den Bahnrekord um mehr als drei Sekunden.

Aber es war nicht nur „Overdose“, der zurück ins Rampenlicht kam. Auch für den Jockey war dieser Erfolg außergewöhnlich. „Für einen Ritt auf einem solchen Pferd habe auch ich das Comeback gewagt“, sagte Suborics glücklich. Nach einem schweren Unfall vor einem Jahr in Hongkong hatte er im Juli 2010 seine Jockey-Karriere beenden müssen. Er versuchte sich seitdem als Berater auf der Rennbahn in Baden-Baden, Moderator und Agent im internationalen Pferdehandel. Doch nach vier Monaten erlaubten es ihm die Ärzte wieder, seinem Beruf als Jockey nachzugehen. „Ich hoffe, dass ich Overdose noch einige Male reiten darf“, sagte er in Hoppegarten. Er hatte bereits viermal mit diesem Pferd gewonnen.

Nach der Siegerehrung ertönte die ungarische Nationalhymne. „Overdose“ wurde gleichzeitig vor der andächtig blickenden Menschenmenge im Kreis geführt.

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