Sport : Eine Vase zum Comeback

Christian Hönicke

Vierundachtzig Formel-1-Rennen hat Michael Schumacher in seiner Karriere gewonnen. Beim Gang durch den Aufbewahrungsraum für seine Trophäen dürfte er selbst einige Probleme haben, die Siegerpokale dem jeweiligen Ereignis zuzuordnen. Natürlich, die für die Aufholjagd auf Jean Alesi am Nürburgring 1996 oder jene für seinen Vier- Stopp-Sieg in Frankreich vor zwei Jahren wird er vielleicht wiedererkennen, aber wer weiß schon, wie die Siege in Ungarn 2001 oder in Spanien 2002 zustande gekommen sind? Am gestrigen Sonntag hat der Trophäenraum ein neues Stück erhalten, und es könnte sein, dass Schumacher sich noch lange Zeit daran erinnern wird, wie er es errungen hat.

Nach einer für seine Verhältnisse inakzeptablen Saison mit nur einem Grand- Prix-Erfolg – den er zudem unter höchst fragwürdigen Umständen errang – haben der 37-Jährige und sein Team Ferrari mit dem zweiten Platz beim Großen Preis von Bahrain auf beeindruckende Weise allen widersprochen, die ihre Ära für vergangen erklärt haben. Schumacher und Kollegen haben sich gegen den Niedergang gestemmt, härter denn je gearbeitet und sogar den Urlaub ausfallen lassen. Es hat sich ausgezahlt, auch wenn es nicht ganz zum großen Pokal gereicht hat – den hat sich Weltmeister Fernando Alonso abgeholt. Doch die futuristisch anmutende Vase für den zweiten Platz in Bahrain wird sicher einen besonderen Platz im Trophäenraum des siebenmaligen Weltmeisters erhalten. Sie ist die Belohnung für eine in der Formel 1 äußerst seltene Leistung: für die Rückkehr an die Spitze.

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