Sport : Eine Warnung für Hertha

Große Überraschungen gab es nicht bei der Kür der beiden Berliner Sportler des Jahres 2001. Claudia Pechstein, sympathische Vize-Weltmeisterin im Eischnelllauf, wurde Berlins beliebteste Athletin. Und Radsprinter Erik Zabel eroberte sich mit seinen Etappensiegen bei der Tour de France noch mehr Sympathien in seiner Geburtsstadt. Spannender ist das Ergebnis im Mannschaftssport. Dort setzten sich die Zweitliga-Fußballer vom 1. FC Union klar gegen den lokalen Klassenprimus Hertha BSC durch. Mehr als doppelt so viele Berliner stimmten für die Kicker aus Köpenick, die so gerne mit Hertha in einer Liga spielen würden.

Zum Thema Fotostrecke I: Bilder der Saison 01/02
Fotostrecke II: Hertha Backstage Ein Warnsignal für Hertha. Der Bundesligist hat die Berliner Fans nicht für sich allein abonniert. Seit den Erfolgen der Unioner im DFB-Pokal will sich der kleine Verein als ehrliche, weniger kommerzielle Ausgabe des Berliner Fußballs präsentieren. Dass die Fans ohnehin ein Herz für kämpfende Arbeiter haben, zeigten sie bei der Auswahl des besten Trainers. Jürgen Röber - von Herthas Managern wegen gestiegener Ansprüche vor die Tür gesetzt - liegt in der Gunst vorn. Vielleicht spielt dabei Mitleid eine Rolle. Doch als alleinige Erklärung reicht das nicht. Vielmehr ist das Votum auch ein Denkzettel für Herthas Vereinsführung. Das Management hat die Gründe für Röbers Ablösung in der Öffentlichkeit nicht plausibel genug dargestellt. Der Trainer wird im Stadion jetzt als Held gefeiert. Die Fans hätten sich eine bessere Behandlung Röbers gewünscht. Sie haben nicht vergessen, dass Jürgen Röber die Mannschaft in die Champions League führte. Und dass Hertha vor nicht allzu langer Zeit noch in der Zweiten Liga spielte. Wie heute Union.

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