Sport : Eine Wiederholung mit Folgen Was im DFB-Pokal noch alles passieren könnte

Karsten Doneck

Berlin - Der Hamburger SV und der MSV Duisburg bereiten dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zurzeit ernste Sorgen. Beide Klubs verlangen die Neuansetzung ihrer Spiele im DFB-Pokal. Der HSV möchte, dass die von Schiedsrichter Robert Hoyzer manipulierte Erstrundenpartie gegen den SC Paderborn (2:4) annulliert wird. Die Duisburger argumentieren, sie hätten in der zweiten Runde gar nicht gegen Paderborn mit 1:2 Toren verlieren können, wenn der Gegner eigentlich in der ersten Runde ausgeschieden wäre. Ein komplizierter Fall. „Letztlich entscheidet diese Frage das DFB-Sportgericht“, sagt Theo Zwanziger, der Präsident des DFB. Wie eine kategorische Ablehnung der Ansprüche aus Hamburg und Duisburg klingt das nicht.

Es gibt beim DFB aber auch die Auffassung, Neuansetzungen im Pokal seien nicht möglich, weil der Wettbewerb schon zu weit fortgeschritten ist. Anfang März steht bereits das Viertelfinale an. Paderborn ist nach den Siegen über Hamburg und Duisburg schließlich im Achtelfinale gegen Freiburg ausgeschieden. Die anfangs starre Haltung des DFB in dieser Frage weicht allerdings allmählich auf. „Natürlich machen wir uns Gedanken. Wir spielen derzeit alle möglichen Szenarien durch“, sagt ein DFB-Mitarbeiter.

Sollte es zu Neuansetzungen kommen, wäre es mit dem Spiel Paderborn – HSV wohl nicht getan. Sollte der HSV gewinnen, drohen weitreichende Folgen. Die gesamte Auslosung der zweiten Runde könnte in Frage gestellt werden. Der Regionalligist Paderborn kam bei der Auslosung in den Lostopf mit den Amateurvereinen. Der HSV als Bundesligist wäre als Profiklub in einem anderen Lostopf gelandet, hätte also aller Voraussicht nach einen anderen Gegner bekommen als damals Paderborn. Muss demnach die gesamte Auslosung wiederholt werden?

Die einfache Variante wäre: Das Spiel zwischen Paderborn und den Hamburgern wird wiederholt, und bei einem Sieg nimmt der HSV den Platz der Paderborner ein, spielt also in der zweiten Runde gegen Duisburg. Der Gewinner dieser Begegnung wiederum dürfte dann im Achtelfinale den SC Freiburg empfangen. Die Freiburger wird das nicht gerade freuen. Sie haben nämlich für das Viertelfinale ein Traumlos gezogen: Nach dem bisherigen Stand spielt der Sportclub am 3. März zu Hause gegen Bayern München.

Die Zeit drängt also, auch wenn Bernd Hoffmann, der Vorstandsvorsitzende des HSV, dieses Argument nicht gelten lässt. „Da ist noch genügend Zeit“, sagt er. Die bequemste Lösung wäre, wenn Paderborn auch das Wiederholungsspiel gegen den HSV gewänne. Allerdings wäre der Anreiz für den Regionalligisten in diesem Fall nicht allzu groß. Selbst bei einem Sieg bliebe Paderborn ausgeschieden.

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