Sport : Eine zweite Formel 1

Mathias Klappenbach über die Zukunft eines privaten Radsports

Mathias Klappenbach

Viele Jahre hatte der Radsportweltverband UCI Zeit, sich zu überlegen, ob er das Dopingproblem endlich mit aller Kraft angehen möchte. Das hat er nicht getan, weil es ja auch so immer weiterging. Geführt hat das zu einem katastrophalen Chaos wie bei der WM im vergangenen September in Stuttgart. Viele Jahre hatten auch die privaten Veranstalter der großen Rennen Zeit, ob sie nicht endlich das Dopingproblem...

Jetzt geht es nicht mehr weiter. Nach der Lust der Zuschauer, dem Untergang noch beizuwohnen, droht die Bedeutungslosigkeit. Und das Ende des Geschäfts. Doch genau hier liegt die einzige Chance des Radsports. Die Veranstalter haben begriffen, dass sie ein sauberes Produkt brauchen, um Vertrauen zurückzugewinnen, der Wettkampf mit ungleichen Doping-Voraussetzungen ist auf Dauer einfach langweilig. Deshalb wollen die Veranstalter keine Verdächtigten mehr bei ihren Rennen, egal ob das offiziellen Regeln widerspricht oder ob sie nicht mehr zum „organisierten Sport der olympischen Familie“ gehören, wie Weltverbandschef Pat McQuaid sagt.

Vielleicht sollten die Veranstalter und auch die Profiteams noch einen Schritt weitergehen und einen geschlossenen Rennzirkus wie die Formel 1 aufbauen. Mit eigenen Regeln, eigenen Doping-Kontrolleuren und Ärzten und ohne die diffuse Gemengelage von Interessen, wie sie im Weltverband zu finden ist. Radsport ist ein sehr schöner Sport. Das sagen viele auch von der Formel 1. Und die lebt auch sehr gut ohne Olympia.

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