• „Einen Favoriten gibt es nicht“ US-Profi Tony Sanneh über den Erfolg seiner Mannschaft

Sport : „Einen Favoriten gibt es nicht“ US-Profi Tony Sanneh über den Erfolg seiner Mannschaft

NAME

Herr Sanneh, die USA haben Mexiko 2:0 besiegt, Ihr Team steht im Viertelfinale. Was bedeutet dieser Erfolg für die USA?

In diesen Zeiten, in denen in den USA so vieles schlecht läuft, kommt dieser Erfolg dem ganzen Land sehr zugute. Und das meine ich jetzt nicht bloß in Bezug auf den Fußball. Auch ganz allgemein ist es für die USA derzeit gut, dass das Land Erfolge feiern kann. Aber wenn man mal jetzt bloß den Fußball betrachtet: Natürlich gibt dieser Sieg dem Fußball in den USA einen Schub. Und diesen Push braucht die Sportart auch dringend.

Sie treffen jetzt auf Deutschland. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in diese Partie?

Das wird bestimmt ein offenes Spiel, einen klaren Favoriten gibt es nicht. Die Deutschen haben uns zuletzt 4:2 besiegt, aber dafür haben wir die DFB-Elf zuvor gleich zweimal geschlagen. Klar ist aber auch eins: Wir müssen aggressiv spielen, wir müssen die deutsche Mannschaft unter Druck setzen, sonst wird es schwer für uns.

Sie kennen die deutschen Spieler aus der Bundesliga sehr gut. Wen schätzen Sie im deutschen Kader als stärkste Spieler ein?

Michael Ballack hat eine großartige Saison gespielt und ist unverändert sehr stark. Und über OIiver Kahn muss man nichts mehr sagen. Da steht einer der besten Keeper der Welt im deutschen Tor. Und dann ist da noch Bernd Schneider. Der hat sich in den vergangenen sechs Monaten zu einem der besten Spieler in der Bundesliga entwickelt.

Auffällig ist, wie stark Sie bei dieser WM spielen. In Nürnberg, in der Bundesliga, hinterlassen Sie längst nicht so einen guten Eindruck wie hier. Woran liegt’s denn?

Im Ausland ist es für jeden Spieler schwerer, sich durchzusetzen, als im eigenen Land oder in der eigenen Nationalmannschaft. Schauen Sie sich doch Lothar Matthäus an. Als der für New York gespielt hat, spürte er doch auch, dass es nicht so leicht ist, im Ausland zu überzeugen.

Was passiert, wenn die USA gegen Deutschland gewinnen? Befürchten Sie, dass man Sie dies in Deutschland, vor allem in Nürnberg, ganz besonders spüren lassen wird?

In Nürnberg wird mir wohl niemand böse sein, davon gehe ich mal aus. Ich fürchte nur, dass mein alter Kumpel Sebastian Deisler, mit dem ich mich seit unserer gemeinsamen Zeit bei Hertha BSC ausgezeichnet verstehe, diesmal vor dem Spiel nicht bei mir anrufen wird.

Das Gespräch führte Manfred Münchrath

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben