Sport : "Einer für den anderen"

HARTMUT SCHERZER

Telekom hat mit Zabels Etappensieg ein erstes Ziel erreichtVON HARTMUT SCHERZER TAGESSPIEGEL: Großen Anteil an Ihrem Tagessieg auf der dritten Tour-Etappe hatte Kapitän Bjarne Riis.Hatten Sie mit dieser Hilfe gerechnet? ZABEL: In der Mannschaft muß es eben sein wie in einer Familie, man muß sich hundertprozentig vertrauen.Einer muß sich für den anderen einsetzen.Genauso werde ich später in den Bergen versuchen, mein bestes für Bjarne und Jan zu geben.Das ist die Stärke unserer Mannschaft. TAGESSPIEGEL:: Am Vortag hatte Mario Cipollini Ihnen die Geburtstagsfeier verdorben und Ihnen zum zweiten Mal den Etappensieg weggeschnappt, beim dritten Versuch hatten Sie dann endlich die Nase vorn. ZABEL: Am Abend meines Geburtstages war meine Familie im Hotel.Das hat mich aufgemuntert und unheimlich motiviert.Am Berg bin ich bis ans Limit gegangen.Cipollini orientiert sich stets an meinem Hinterrad.Doch dann haben wir gesagt: Jetzt setzen wir mal alles auf eine Karte und knallen mal richtig rein.Mal sehen, wo er dann bleibt.Und dann ist es uns, Bjarne (Riis, d.Red.), Jan (Ullrich) und mir gelungen, ihn zu distanzieren. TAGESSPIEGEL: Sie haben eine starke Mannschaft und Spezialisten, die Ihnen den Spurt anziehen.Wie funktioniert das? ZABEL: Es wurde an meinem Geburtstag (Montag, d.Red.) ganz klar die Parole ausgegeben, daß die Mannschaft im Finale für mich fahren soll, auch, damit Jan und Bjarne aus der Gefahrenzone der Stürze rauskommen.Doch ungeachtet wie die Mannschaft fährt, sind nur Aldag und Lombardi maximal in der Lage, auf dem letzten Kilometer den Spurt anzuziehen.Vielleicht noch Ullrich.Totschnig, Heppner, Bölts, Henn fahren bis zu den letzten fünf Kilometern.Dann haben sie ihre Sache erfüllt.Auf dem letzten Kilometer muß ich eben sehen, daß ich dann selber zurechtkomme. TAGESSPIEGEL:: Ist die Sprint-Konkurrenz größer geworden? ZABEL: Es sind unheimlich viele Mannschaften mit Sprint-Spezialisten dabei.Und die versuchen natürlich alle, ihr Ding zu machen.Da wird es für unser Team, das ja noch andere, größere Ziele hat, unheimlich schwer, Tag für Tag die gesamte Arbeit zu verrichten und den Spurt zu organisieren.Nun sind wir diesen Druck aber los. TAGESSPIEGEL:: Ihr ganzer Ehrgeiz geht sicher dahin, wieder das Grüne Trikot des Punktbesten mit den meisten vorderen Plazierungen aus Paris mit nach Hause zu nehmen? ZABEL: Ich wollte zunächst mal eine Etappe gewinnen.Das grüne Trikot ist in den Gedanken zweitrangig.Auch nach meinem Sieg werden wir bei dem Fahrplan bleiben, den wir mit Walter Godefroot vor der Tour abgesprochen haben.Nach dem Zeitfahren in St.Etienne werden wir einen Strich unter das Klassement ziehen, eine Analyse machen, was hat es für einen Sinn.Grünes Trikot - Ja oder Nein.

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