Sport : Einer hält alle auf

Beim 2:1 der Eisbären begeistert Torwart Pöpperle

Claus Vetter

Berlin - Die Fans der Berliner Eisbären ahnten gestern schon früh, wer ihrer Mannschaft im Spiel gegen die Frankfurt Lions zum Sieg verhelfen könnte. Also feierten sie ihren Torwart Tomas Pöpperle schon im ersten Drittel ausgiebig in Sprechchören. Dabei lag der deutsche Eishockey-Meister zu diesem Zeitpunkt 0:1 zurück, und es deutete noch nicht viel darauf hin, dass die Berliner das Spiel schließlich 2:1 (0:1, 1:0, 0:0/1:0) nach Penaltyschießen gewinnen sollten. Die Berliner Fans hatten den richtigen gefeiert: Pöpperle hielt mit einigen guten Taten seinen Kollegen schon früh im Spiel alle Chancen offen und wehrte schließlich im Penaltyschießen alle Frankfurter Schüsse ab, während Derrick Walser der Siegtreffer gelang. „Unser Torhüter hat heute den Unterschied ausgemacht“, freute sich Eisbären-Trainer Pierre Pagé nach dem Spiel. „Im Penaltyschießen war er einfach unglaublich.“

Zunächst war es für das Spiel des EHC Eisbären nicht förderlich, dass Frankfurt schon früh eine 5:3-Überzahlsituation zum 1:0 durch Francois Bouchard nutzte. Bei dem platzierten Schuss von der blauen Linie hatte Pöpperle keine Chance, bei den wenigen weiteren, dafür aber guten Frankfurter Möglichkeiten war er dafür stets im Bilde. Besonders war das in der 26. Spielminute der Fall, als David Gosselin allein vor seinem Tor auftauchte, den 21 Jahre alten tschechischen Torwart in Diensten der Eisbären aber auch mit einem schön anzusehenden Trick nicht überlisten konnte.

Auf der anderen Seite der Eisfläche stellten sich Pöpperles Teamkameraden derweil recht ungeschickt an, mehr als ein Pfostenschuss durch Denis Pederson war nach Hälfte des Spieles den Berliner Angriffsbemühungen nicht entsprungen. Geradezu eklatant war die Schwäche der Eisbären im Powerplay: Selbst eine 102 Sekunden währende 5:3-Überzahlsituation konnten sie nicht nutzen. So nahmen es die 5000 Zuschauer im Sportforum eher gelassen zur Kenntnis, dass kurz vor Spielende die Berliner bereits zum achten Mal in Überzahl agieren durften. Diesmal allerdings stellte sich das Team intelligenter an als zuvor. Einen Schuss von Stefan Ustorf konnte Frankfurts ebenfalls sehr guter Torwart Ian Gordon noch abwehren, dann aber stocherte Derrick Walser den abgeprallten Puck an Gordon vorbei ins Frankfurter Tor zum Ausgleichstor.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte Rich Chernomaz auf der Frankfurter Bank wohl schon, wie das Spiel ausgehen würde. Die Körperhaltung des Frankfurter Trainers wirkte eher unentspannt, denn die junge Berliner Mannschaft agierte nun agiler als das Team von Chernomaz, der ja in dieser Saison auf sehr erfahrene Akteure setzt - Verteidiger Patrick James ist immerhin schon 42 Jahre alt. Derartiges gäbe es bei Pierre Pagé, einst Trainer des Spielers Chernomaz, als der bei der WM Kapitän im kanadischen Nationalteam war, nicht. Der Berliner Trainer setzt konsequent auf jüngere Akteure; das scheint ihm auch nach einer holprigen Anlaufphase in dieser Saison den erhofften Erfolg zu bringen. Gestern jedenfalls kamen die Berliner zu ihrem sechsten Sieg in Serie. Das lag einerseits an den schließlich müde wirkenden Lions, anderseits am herausragenden Torhüter Pöpperle, der nach dem Penaltyschießen von den Fans frenetisch gefeiert wurde.

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