Sport : Einer macht den Unterschied

Dank Petric siegt der HSV 1:0 gegen Frankfurt

Karsten Doneck

Hamburg - Am Schluss wackelte der Hamburger SV noch mal bedenklich. Martin Fenin vergab 120 Sekunden vor dem Abpfiff den nahezu sicheren Ausgleich, als er den bereits am Boden liegenden HSV-Torwart Frank Rost aus fünf Metern lediglich anschoss. „Für uns war ein Stück weit mehr drin“, sagte Friedhelm Funkel, der Trainer von Eintracht Frankfurt nach Spielschluss. Der HSV duselte sich vor 55 274 Zuschauern zu einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen die Hessen. Die Heimbilanz der Hamburger kann sich sehen lassen: Von 24 möglichen Punkten hat die Mannschaft 22 geholt und überwintert nun als Tabellenvierter. Was Trainer Martin Jol aber zu denken geben müsste: In den acht Spielen vor eigenem Publikum schoss der HSV gerade mal 14 Tore.

Die Versicherung, dass beim HSV überhaupt noch Tore fallen, trägt einen Namen: Mladen Petric. Da pendelten rund eine Stunde lang die Offensivbemühungen der Hamburger zwischen Hilflosigkeit und Ideenarmut – und mitten in die daraus resultierende Harmlosigkeit platzte Petric mit einem Hechtkopfball nach Flanke von Piotr Trochowski – das 1:0, Petrics achtes Saisontor. Dieser Einkauf von Borussia Dortmund bleibt für den HSV ein Glücksgriff.

Ein Torjäger des HSV trifft, der andere geht. Der sich zum Saisonende anbahnende Wechsel von Ivica Olic zu Bayern München ist wohl nicht mehr zu verhindern. Angeblich bieten die Bayern dem Kroaten 4,5 Millionen Euro als Jahressalär, der HSV hat für eine Vertragsverlängerung gerade mal drei Millionen ausgelobt. Das Publikum verhielt sich gegenüber Olic neutral: keine Pfiffe, kein Beifall. Zu letzterem gab Olics Leistung allerdings auch keinen Anlass. Fleißig war er, viel unterwegs – aber auch höchst uneffektiv.

Weil beim HSV vier Abwehrspieler fehlten, musste Bastian Reinhardt trotz einer nicht vollends auskurierten Knöchelverletzung auflaufen. Was Trainer Martin Jol zu der launigen Feststellung veranlasste: „Wäre der Bastian auch noch ausgefallen, hätte ich mitspielen müssen – und wirklich! – das schaffe ich nicht mehr.“ Es reichte für den HSV dank Petric auch so. Karsten Doneck

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