Sport : Einer wie keiner

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Als Dirk Nowitzki am 5. Februar 1999 sein erstes Spiel in der NBA bestritt, war nicht unbedingt davon auszugehen, dass diesem Einsatz noch weitere 1136 allein in regulären Saisonspielen folgen würden. Sich als Deutscher in der besten Basketball-Liga der Welt durchzusetzen, das war bis dato nur Detlef Schrempf gelungen. Kurioserweise war Schrempf mit seinen Seattle SuperSonics auch noch der erste Gegner von Nowitzki, dem bei seinem Debüt allerdings wenig gelingen wollte. „Da war ich total neben der Spur. Ich war richtig im falschen Film“, erinnert sich der Würzburger noch heute mit Grausen zurück.

Fast 15 Jahre später hat Nowitzki einen weiteren deutschen Rekord aufgestellt. Mit seinem Einsatz gegen die Chicago Bulls am Samstag kommt er nun auf insgesamt 1137 Hauptrundenspiele in der NBA – und damit eines mehr als Schrempf. Solche Zahlen bedeuten Nowitzki eher wenig und sie verschleiern auch den Blick auf die wirklich wesentlichen Tatsachen: Nowitzki ist nicht irgendein Basketballspieler. Er ist ein Jahrhunderttalent, das es in Deutschland so schnell nicht wieder geben wird. Nowitzki ist mit den Dallas Mavericks Meister geworden, war wertvollster Spieler der NBA. Anders als Schrempf war er der Anführer seines Teams, derjenige, der Spiele entscheidet – auch heute noch.

Mit 35 Jahren neigt sich seine Karriere langsam dem Ende zu. Dass er noch einmal Meister wird, ist zumindest in dieser Saison nicht zu erwarten. Dennoch gibt Nowitzki in jedem Spiel alles und ist damit Vorbild für andere.

Vielleicht auch für einen wie Dennis Schröder. Dessen Start in den USA verlief ähnlich holprig wie der von Nowitzki. Im Moment sitzt Schröder bei den Atlanta Hawks meist nur auf der Bank. Dass er irgendwann auf mehr als 1000 NBA-Spiele kommt, erscheint geradezu utopisch.

So wie seinerzeit bei Dirk Nowitzki.

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