Sport : Einfach müde

Der 1. FC Kaiserslautern sehnt die Winterpause herbei

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Kaiserslautern (Tsp). Es ist noch nicht lange her, dass der 1. FC Kaiserslautern wieder von einer schönen Zukunft geträumt hat. Im ersten Halbjahr hat der Verein mit dem belgischen Trainer Erik Gerets den Abstieg verhindert, das Pokalfinale erreicht, und ganz nebenbei ist es dem neuen Klubchef Rene C. Jäggi auch noch gelungen, die Finanzen des heillos verschuldeten Vereins zu sanieren. Das alles ist wieder so gut wie vergessen. Der erfolgreiche Sanierer Jäggi hat seinen Abschied zum Saisonende angekündigt, der Verein nähert sich in der FußballBundesliga wieder den Abstiegsplätzen, und nach dem 0:2 gegen den FC Schalke 04 im heimischen Fritz-Walter Stadion gerät auch der einstige Erfolgstrainer Gerets immer stärker in die Kritik. „Alle Hoffnungen auf Stabilität haben sich bisher nicht erfüllt. Leider findet die Mannschaft noch nicht zu der erwünschten Konstanz“, sagte Jäggi.

Die Fans in Kaiserslautern fürchten nun wieder eine ähnliche Horrorsaison, wie sie sie im vorigen Jahr erlebt haben. „Die Situation jetzt lässt sich schon langsam mit der sehr schweren Situation im vergangenen Jahr vergleichen“, sagte Gerets. Bei den Interviews nach Schlusspfiff wirkte er müde und ausgelaugt. Die ständigen Rückschläge durch die Niederlagen, die immer wieder aufkommenden Diskussionen um seine Person und die zahlreichen Verletzten sind nicht spurlos an ihm vorüberigegangen. Gerets sehnt die Weihnachtsferien herbei. „Ich muss wie die Spieler in der Winterpause die Batterie wieder aufladen“, sagte der Trainer. Vorher aber müssen die Lauterer am Mittwoch noch bei Borussia Dortmund antreten.

Gerets’ Hauptproblem bei der Niederlage gegen die Schalker waren nicht die Profis auf dem Platz, sondern die zahlreichen verletzten Spieler auf der Tribüne, darunter Miroslav Klose, Vratislav Lokvenc und Aleksander Knavs. „Die Jungs, die gespielt haben, haben alles gegeben, was sie hatten. Mehr ging nicht. Deshalb bin ich auch der Letzte, der Steine nach meiner Mannschaft werfen wird“, sagte Gerets. Sein Team überzeugte zwar durch großen Kampfgeist, doch die spielerischen Mittel waren zu begrenzt, um die kompakte Abwehr der Gäste zu knacken. „Der Gegner war eben besser als wir, und wir sind jetzt wieder mittendrin dahinten“, sagte Gerets. Die Schalker gingen durch den zuletzt wieder erstarkten Gerald Asamoah schon früh in Führung. „Das war das Schlimmste, was passieren konnte“, sagte Erik Gerets.

Unter seinen Spielern besitzt der Trainer weiterhin großen Rückhalt. „Er macht seine Arbeit sehr gut, und wir versuchen, ihm zu folgen“, sagte Marian Hristow, der gestern den fehlenden Kapitän ersetzte. Sogar dem Gegner war aufgefallen, dass es um den 1. FC Kaiserslautern im Moment nicht besonders gut bestellt ist. „Bei denen läuft es nicht so, die haben eben kein Glück“, sagte Hamit Altintop, der erstmals gegen seinen Zwillingsbruder Halil spielen musste.

Wie Hamit Altintop hatte auch der Schalker Trainer Jupp Heynckes Mitleid mit dem Gegner: „Sie haben aufopferungsvoll gekämpft und alles gegeben. Aber wir waren etwas cleverer.“ Das reichte zum Sieg, den Victor Agali mit seinem dritten Saisontor kurz vor Schluss endgültig perfekt machte. Die Schalker, die vor zwei Wochen noch Kontakt zu den Abstiegsplätzen hatten, sind nach drei Siegen in Folge wieder in die Nähe der Uefa-Cup-Ränge gerückt. „Zurzeit tun alle das Bestmögliche für den Erfolg“, sagte Heynckes.

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