Sport : Einfach nur laufen

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Neuigkeiten über Caster Semenya können ein zwiespältiges Gefühl hinterlassen. Dass die Südafrikanerin am 22. August beim Istaf im Berliner Olympiastadion läuft, ist so eine Neuigkeit. Der Name Semenya ist weit über die Leichtathletik hinaus bekannt geworden. Es ging dabei nicht um ihre schnellen Beine – sondern um ihr Geschlecht. Daher kann man jetzt nur hoffen, dass sie wirklich als Athletin zum Istaf eingeladen worden ist, nicht als kuriose Attraktion, um mehr Eintrittskarten zu verkaufen.

Caster Semenya ist schon mehr als genug vorgeführt worden. Monatelang ließ der Internationale Leichtathletikverband IAAF sie im Unklaren, ob sie weiter starten darf. Anstatt laufen zu können, musste Semenya reglos ertragen, wie über ihr Geschlecht spekuliert wurde. Darüber, ob sie wirklich eine Frau ist. Längst sind Vermutungen im Umlauf, dass die IAAF sie in dieser Zeit sogar zu einer medizinischen Behandlung gedrängt hat. Der Verband schweigt dazu.

Wieder unbeschwert schnell ihre zwei Runden durchs Stadion rennen zu dürfen, das wünscht man der 800-Meter-Läuferin, und warum soll das nicht gerade im Berliner Olympiastadion möglich sein? Hier hat sie schließlich ihren größten Triumph erreicht, den Weltmeistertitel im vergangenen Jahr.

Und auf der anderen Seite begann hier auch eine der unwürdigsten Fälle der Leichtathletik, als der Internationale Verband sie nach ihrem Sieg nicht an den Kameras vorbeiführen wollte: Nahaufnahmen hätten ja das Getuschel über Semenya verstärken können.

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