Sport : Einfach siegen wäre doch langweilig

4:0, 4:4 und dann 5:4: Die Eisbären zittern sich gegen Wolfsburg in die Play-offs.

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Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Berlin - Am Ende wurde es dann doch ein schöner Nachmittag für die Eisbären: 4:4 stand es gut eine Minute vor Schluss im Spiel gegen den EHC Wolfsburg, da kam der Puck nach einem Fehler der angreifenden Gäste zu Florian Busch. Der lief einfach los und schloss seinen langen Sololauf eiskalt mit dem Siegtreffer ab. „Sehr hübsch“ habe der Angreifer das gemacht, lobte sein Trainer Don Jackson hinterher. Und Gästetrainer Pavel Gross musste einräumen, dass am Ende die individuelle Klasse eines Berliners ein verrücktes Spiel entschieden hatte. Mit dem 5:4 (3:0, 1:4, 1:0)-Sieg sicherten sich die Eisbären zudem die Teilnahme am Play-off-Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Dass es vor 14 100 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof überhaupt auf Buschs Geniestreich ankam, hatten sich die Berliner selbst zuzuschreiben. Denn sie schafften es, einen vermeintlich beruhigenden Vier-Tore-Vorsprung durch eigene Nachlässigkeiten zu verspielen.

Dabei hatten die Berliner sehr gut begonnen: Von der Anfangsoffensive der Gäste, die als Tabellenelfter noch um die Teilnahme an den Pre-Play-offs kämpfen, ließen sie sich nicht groß beeindrucken. In der Abwehr standen die Berliner recht sicher und vorne nutzten sie ihre Torchancen konsequent: Darin Olver, Mads Christensen und André Rankel sorgten für eine deutliche Führung. Endgültig entschieden schien das Spiel, als Darin Olver zehn Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels einen langen Pass von Jens Baxmann annahm und Wolfsburgs Torwart Sebastian Vogl keine Chance ließ.

Doch der Blitzstart war trügerisch. Nach dem vierten Treffer schlichen sich wie schon so oft in dieser Saison bei den Eisbären Konzentrationsschwächen ein: Norm Milley und Matt Dzieduszycki brachten die Wolfsburger wieder heran. Völlig außer Kontrolle geriet das Spiel dann, als Zepp beim Versuch, einen langen Pass wegzuspielen, die Scheibe nicht richtig traf und Kai Hospelt den Puck ins leere Berliner Tor schieben konnte. Gegen nun geschockte Eisbären erzielte Robert Bina umgehend das vierte Wolfsburger Tor. „Wir haben nach dem 4:0 aufgehört zu spielen. Es ist immer das gleiche, ich habe so langsam die Schnauze voll“, kommentierte Verteidiger Constantin Braun sichtlich erzürnt in der zweiten Drittelpause den zwölfminütigen Blackout.

Ja, es sei in der Pause laut geworden in der Kabine, sagte Busch. Aber es stand ja nur unentschieden. „Für uns ging es wieder von vorne los. Wir hatten eine zweite Chance, und die mussten wir nutzen“, sagte er. Und das taten sie: Leidlich sortiert kehrten die Berliner zum Schlussabschnitt auf das Eis zurück, weitere Tore fielen vorerst nicht. Bis Busch seinen großen Auftritt hatte. Jan Schröder

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