Sport : Einfach und leicht

Deutschlands Handballer siegen mit 37:27 gegen Tschechien

Klaus Rocca.

Ljubljana. Sein Trikot war fast trocken. Kein Wunder, hatte er doch nur wenige Minuten auf dem Parkett gestanden. Doch am Morgen hatte der Handball-Nationalspieler Steffen Weber noch gar nicht daran gedacht, dass er in einem Europameisterschaftsspiel überhaupt zum Zuge kommen würde. Dann kam der Anruf aus Ljubljana, dass Markus Baur (siehe untenstehenden Artikel) die Heimreise antreten musste und Weber für ihn einspringen durfte. Doch auch ohne den Leistungsträger Markus Baur hatten Deutschlands Handballer keine Probleme, ihr erstes Hauptrundenspiel in Slowenien zu gewinnen. Tschechien war in der Tivoli-Halle von Ljubljana kaum mehr als ein Trainingspartner. 37:27 (19:12) hieß es in einer höchst einseitigen Partie. Was Heiner Brand nicht bewog, euphorisch zu werden. „Das war ein Pflichtsieg“, sagte der Bundestrainer, „mit Markus Baur wäre es sehr schwer geworden, zu einer Medaille zu kommen – ohne ihn wird es noch schwerer.“ Immerhin kann es sein Team wieder aus eigener Kraft ins Halbfinale schaffen, da Slowenien am Abend Serbien-Montenegro besiegte (27:20).

Gestern war es zumindest nicht schwer, den zweiten Sieg zu bewerkstelligen. „Wir hatten das richtige Rezept gegen die offensive Deckung der Tschechen“, sagte Florian Kehrmann. Dass der Rechtsaußen eines seiner neun Tore von links mit der rechten Hand werfen durfte, hat Seltenheitswert. Erfolgreicher als er war keiner.

Für Daniel Stephan war es ein besonderer Abend. Weniger, weil er zum besten Spieler gewählt wurde, sondern weil er mit der Kapitänsbinde, die er von Baur übernommen hatte, eine herausragende Leistung bot. Gegen Frankreich hatte er nach einer Gehirnerschütterung die meiste Zeit zuschauen müssen. Nun warf er in den ersten sechs Minuten drei Tore. Am Ende waren es acht, darunter vier Siebenmeter. „In der Schlussphase konnte ich mich sogar beruhigt auf die Bank setzen“, sagte Stephan.

Natürlich machten es die schwachen Tschechen den Deutschen leicht. Simple Fang- und Abspielfehler, biederes Angriffsspiel und oft konfuse Deckung. Es wunderte keinen, dass die Tschechen noch keinen Punkt auf ihrem Hauptrunden-Konto haben. Geradezu anrührend waren ihre beiden Versuche mit dem Kempa-Trick. Sie hätten sich vielleicht doch besser auf einfache Wurfvarianten konzentrieren sollen. Heute erwartet die Deutschen in dem Gastgeber Slowenien (20.30 Uhr, live im DSF) ein anderer Gegner.

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