Sport : Einfach weiter gestürmt

4:1 gegen Karlsruhe – Hoffenheim steht wieder vorn

Sven Goldmann

Mannheim - Der Tabellenführer hatte keinen guten Tag erwischt, „wir sind ganz schwer ins Spiel gekommen“, klagte Trainer Ralf Rangnick, und man mag sich für den Gegner gar nicht ausmalen, was denn an einem guten Hoffenheimer Tag passiert wäre. 4:1 (1:1) siegte der Aufsteiger gegen den Karlsruher SC. 26 300 Zuschauer im Mannheimer Ausweichquartier bestaunten eine denkbar einseitige Angelegenheit und die Tore Nummer zwölf und dreizehn von Vedad Ibisevic. Der Bosnier thront damit in der Torschützenliste ebenso auf dem ersten Platz wie seine Mannschaft in der Bundesligatabelle. Aber vom Gewinn der Meisterschaft wollen sie bei der TSG 1899 Hoffenheim immer noch nichts hören.

Die Hoffenheimer Philosophie bringt es mit sich, dass auch weniger erfolgreiche Auftritte allemal spektakulär anzuschauen sind. Die kleinen Mittelfeldwusel Tobias Weis und Carlos Eduardo fädelten die Angriffe ein, die Stürmer Chinedu Obasi und Demba Ba trugen sie vors Tor, und dann haben sie ja immer noch den erfolgreichsten Stürmer der Liga. Vedad Ibisevic ist kein Künstler wie seine beiden Nebenleute aus Afrika, aber er weiß, wo ein Stürmer im entscheidenden Augenblick zu stehen hat. Das erste seiner beiden Tore erzielte er auf schönes Zuspiel von Obasi, mit einer Selbstverständlichkeit, die schon bemerkenswert ist für einen Mann, der im vergangenen Jahr in der Zweiten Liga noch vorwiegend auf der Ersatzbank gesessen hatte.

Allein Demba Ba hätte in der furiosen ersten Halbzeit zwei, drei Tore schießen können. Mal stand Karlsruhes Torhüter Markus Miller im Weg, mal flog der Ball wenige Zentimeter am Tor vorbei, einmal schlenzte Ba den Ball an die Latte. Die einzige echte Torchance des KSC verwertete Sebastian Freis fünf Minuten nach der Hoffenheimer Führung zum Ausgleich.

Der Aufsteiger ließ sich nicht irritieren und stürmte weiter. Rangnick schickte den angeschlagenen Sejad Salihovic auf den Platz, der alle Tore der zweiten Halbzeit vorbereitete. Erst legte er den Ball in den Lauf von Ibisevic, der weiterleitete zu Obasi, gegen dessen Schuss Miller machtlos war. Beim dritten Tor flankte Salihovic auf den Kopf von Ibisevic, und auch bei Obasis Abstauber zum 4:1 hatte er den Fuß im Spiel. Sven Goldmann

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