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Zwischen den Europaliga-Höhepunkten gewinnen die Basketballer von Alba Berlin glanzlos 76:64 gegen Hagen

Christian Hönicke

Berlin. Knuspermaus sprang, Knuspermaus schrie, Knuspermaus wedelte mit den fellbedeckten Armen - kurz: Knuspermaus gab alles. Doch es half nichts. Das Maskottchen, das Brandt Hagen eigens zum Auswärtsspiel in der Basketball-Bundesliga bei Alba Berlin in die Max-Schmeling-Halle mitgebracht hatte, konnte die Niederlage nicht verhindern. 76:64 gewann der Tabellenführer Alba am Sonntag vor 6150 Zuschauern gegen Hagen, bleibt auch nach sieben Spielen noch ungeschlagen.

Dabei hatte es gar nicht so schlecht angefangen für die Hagener, die nach vier Auftaktniederlagen in der Bundesliga die letzten drei Spiele gewonnen hatten. Im zweiten Viertel führten sie sogar zeitweise 26:22. Nach den schweren Spielen gegen Leverkusen, Braunschweig, Athen und Zagreb schienen Albas Basketballer irgendwie nicht richtig bereit für die Auseinandersetzung mit dem Tabellenzehnten.

Der Einsatzwille war da, aber unübersehbar auch das emotionale Loch nach all den Spitzenspielen in den letzten Wochen. Brandt Hagen ist eben nicht Cibona Zagreb. Das sah auch Emir Mutapcic so. „Mit den zwei Punkten bin ich zufrieden, aber nicht mit dem Spiel“, sagte Albas Trainer. „Wir haben bei weitem nicht so explosiv gespielt wie gegen Cibona.“ Möglicherweise hätten einige Spieler schon das nächste Euroleague-Spiel am Donnerstag gegen Pau-Orthez im Kopf gehabt. Auch deswegen, vor allem aber, „weil die Konzentration gefehlt hat und wir zu locker gespielt haben“ (Kapitän Henrik Rödl), konnte das eigentlich unterlegene Personal von Brandt mit einem knappen 30:33-Rückstand in die Pause gehen.

Die Entscheidung für Alba fiel dann wie so oft in letzter Zeit Anfang der zweiten Halbzeit. „Das dritte Viertel hat das Spiel entschieden“, gab auch Hagens Trainer Brad Dean zu. Nicht zuletzt, weil sein Spielmacher Steve Ibens verletzt in der Kabine bleiben musste. Aber auch in der von Alba hatte sich etwas getan. „Da gab es eine Ansprache vom Trainer“, sagte Rödl. Sie wirkte. Mit zehn Punkten in Folge setzte sich Alba ab und ließ sich nicht mehr einholen. 55:42 stand es nach dem dritten Viertel. „Nur in dieser Phase waren wir aggressiv genug“, sagte Mutapcic. Zwar kam Hagen noch auf 61:66 heran, doch wie vor einer Woche in Braunschweig sorgte ein Dreipunktewurf von DeJuan Collins für die Entscheidung. Am Ende gewann Berlin 76:64. Wieder einmal waren es vor allem Quadre Lollis (14 Punkte/13 Rebounds), Jovo Stanojevic (13 Punkte/8 Rebounds), und Marko Pesic (17 Punkte/3 Rebounds), die den größten Anteil daran hatten.

Und dafür sorgten, dass Knuspermaus am Schluss traurig hinter der Hagener Bank saß.

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