Sport : Einmal Zweiter, immer Zweiter

-

Dirk Steinbach über Leipzigs Olympiabotschafter Michael Ballack

Eins kann Michael Ballack noch besser als Fußballspielen: verlegen lächeln. Heerscharen von Teenagern sind dem smarten BayernSpieler verfallen. Gute Manieren, keine Skandale, dickes Bankkonto. Eine ganze Mutter-Generation träumt von ihm als idealen Schwiegersohn. Von diesem Image will jetzt Leipzig profitieren. Michael Ballack ist nämlich nicht nur ein guter Fußballer, sondern auch noch in Sachsen geboren. Deswegen hat Leipzig den Nationalspieler zum „Olympia-Botschafter“ ernannt. Ballack soll helfen, die Spiele 2012 zu holen.

Hilfe tut Not. Zwar überzeugte Leipzigs Bewerbung bei der deutschen Vorausscheidung mit viel Charme. Die besseren Argumente hat aber wohl Hamburg auf seiner Seite. Bis jetzt. Nun soll es Ballack richten.

Eigentlich eine clevere Marketing-Idee. Wenn nicht Ballacks Weg bislang ein tränenreicher wäre. Der Name Michael Ballack steht, trotz aller fußballerischen Künste, für das ewige Verlieren. Zweimal verspielte er mit Leverkusen am letzten Spieltag die Meisterschaft. Unvergessen sein Eigentor im Mai 2000 in Unterhaching. Im vergangenen Jahr schaffte Ballack etwas Einzigartiges: vier Vize-Titel. Zweiter in der Meisterschaft, Zweiter im DFB-Pokal gegen Schalke, Zweiter im Champions-League-Endspiel gegen Real Madrid. Die Krönung dann bei der WM: Als Deutschland das Finale gegen Brasilien verlor, saß Ballack draußen. Er war gesperrt. Und ausgerechnet dieser Mann soll die Spiele 2012 nach Leipzig holen.

Für Hamburg wirbt Uwe Seeler. Der wurde mit dem HSV immerhin 1960 Meister und holte 1963 den Pokal. Am Start erkennt man die Sieger. Und die Verlierer. Vielleicht will Leipzig wenigstens in der Niederlage Sympathien gewinnen. Dafür ist Michael Ballack eine Idealbesetzung.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben