Einmütige Liga : DFL wählt Rauball wieder zum Präsidenten

Reinhard Rauball ist erneut zum Präsidenten des Ligaverbandes gewählt worden. Der 63 Jahre alte Jurist erhielt am Mittwoch in Berlin alle Stimmen der 36 Erst- und Zweitligisten. Nach dem Rückzug von Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte Rauball keinen Gegenkandidaten.

von
Reinhard Rauball.
Reinhard Rauball.Foto: dpa

Der Kaiser beliebte zu scherzen. Wenige Minuten waren es noch, bis die Generalversammlung des Ligaverbandes beginnen würde, da schien Franz Beckenbauer urplötzlich eine neue Lust an der Macht zu entdecken. „Wenn ich mich jetzt noch als Präsident zur Wahl stellen will – geht das?“, fragte er. Aber das war nur ein Witz. Schade. Wenn Beckenbauer sich tatsächlich zur Kampfkandidatur gegen den bisherigen Präsidenten der Deutschen Fußball-Liga (DFL) entschlossen hätte, wäre es bei der Generalversammlung in Berlin vielleicht doch noch ein bisschen aufregend geworden. Stattdessen: Einmütigkeit in allen Fragen.

Nachdem Uli Hoeneß von seiner Idee, für das Präsidentenamt der DFL zu kandidieren, sehr schnell wieder Abstand genommen hatte, gab es an der Wiederwahl von Reinhard Rauball keinen Zweifel mehr. Der Präsident von Borussia Dortmund wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt, genauso seine beiden Stellvertreter Peter Peters (Schalke) und Harald Strutz (Mainz). Karl Hopfner (Bayern München), Helmut Hack (Greuther Fürth) und Ansgar Schwenken (Bochum) rückten neu in den Vorstand auf. Schon im Vorfeld hatten die aussichtslosen Bewerber Stefan Kuntz (Kaiserslautern) und Michael Meier (Köln) ihre Kandidatur zurückgezogen. Bloß keine Konflikte.

Die 36 Anträge wurden im Schweinsgalopp abgehandelt, nur einer verfehlte die nötige Mehrheit: Die Kotrainer der 36 Erst- und Zweitligisten benötigen auch in Zukunft keine Fußballlehrerlizenz. Auch die Verschärfung der Lizenzbestimmungen wurde genehmigt. Alle verschuldeten Bundesligaklubs müssen vom Beginn der Saison 2010/11 an ihre Verbindlichkeiten binnen einer Spielzeit um zehn Prozent senken, alle Zweitligavereine um fünf Prozent. „Es geht nicht um den Schuldenabbau“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. „Es geht darum, zwingend das Eigenkapital zu verbessern. Bisher durfte es sich nicht verschlechtern.“ Gelingt das nicht, droht eine Geldstrafe, bei weiteren Verstößen sogar ein Punktabzug. „Die Liga ist wirtschaftlich so gut aufgestellt wie nie zuvor“, sagte Präsident Rauball. In der Saison 2008/09 nahm sie mehr als zwei Milliarden Euro ein, es war der fünfte Rekorderlös hintereinander. Aber der Profifußball solle noch stabiler und berechenbarer werden, sagte Rauball.

Dazu gehört auch ein Bekenntnis zum Pay-TV-Partner Sky, an dessen Stabilität, auch aus der Liga, zuletzt Zweifel aufgekommen waren. Die mittlerweile siebte Kapitalerhöhung könne man als Problem auslegen, sagte Geschäftsführer Christian Seifert. „Man kann es aber auch als deutliches Signal werten, dass der Hauptaktionär an seinem Investment festhält.“ Der Vertrag läuft noch bis 2013 und garantiert der Liga im Schnitt 240 (von insgesamt 412) Millionen Euro pro Jahr. Bisher sind laut Seifert sämtliche Zahlungen von Sky pünktlich eingegangen. „Wir müssen keinen eigenen Ligakanal planen“, sagte der DFL-Geschäftsführer. „Wir werden auch keinen planen, wenn es keine Umstände gibt, die das erforderlich machen.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar