Einsame Verliererin : Claudia Pechstein geht das Geld aus

Der Kampf von Claudia Pechstein um Rehabilitierung übersteigt langsam ihre finanziellen Möglichkeiten. Friedhard Teuffel fordert in seinem Kommentar deshalb Prozesskostenhilfe für die Eisschnellläuferin.

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Unschuldig, aber mittellos? Claudia Pechstein vergeht das Lachen - mal wieder.
Unschuldig, aber mittellos? Claudia Pechstein vergeht das Lachen - mal wieder.Foto: dpa

Claudia Pechstein gehen allmählich die Reserven aus. Da kann sie noch so sehr Expertin für die lange Strecke sein. Die Eisschnellläuferin hat zwar genügend Puste, um immer weiter um ihre Rehabilitierung zu kämpfen, zu Unrecht für schwankende Blutwerte verurteilt worden zu sein. Doch offenbar übersteigt dieser Kampf langsam ihre finanziellen Möglichkeiten. Aus Wohlstand hat ihre Verurteilung Schulden gemacht. Jetzt hofft sie auf Solidarität, um auch noch die letzten Runden vor Gericht gewinnen zu können, ihr Fall ist inzwischen vor dem Bundesgerichtshof gelandet.

Pechstein braucht Prozesskostenhilfe. Da kann sich auch der Deutsche Olympische Sportbund angesprochen fühlen. Erst unter dem aktuellen Präsidenten Alfons Hörmann ist dem Verband aufgegangen, dass in diesem Fall etwas gründlich schiefgelaufen ist. Dass Pechsteins Blutwerte durch eine Anomalie zu erklären sind und nicht durch ein Dopingmittel. Nach aufmunternden und entschuldigenden Worten könnte der DOSB Pechstein nun auch mit Taten zur Seite springen, sei es als Makler für Drittmittel, mit einer Ausfallbürgschaft oder sonst einer Form, da darf der Verband auch mal kreativ sein.

Vor allem reicht die Angelegenheit in die aktuelle Debatte um das Anti-Doping-Gesetz hinein. Pechstein kündigt Verfassungsbeschwerde an, weil der Gesetzentwurf die Möglichkeiten der Athleten beschneide, vor staatlichen Gerichten Recht einzuklagen. Erst in der vergangenen Woche hatte Michael Vesper, der DOSB-Vorstandsvorsitzende, im Bundestag erklärt, dass die Sportverbände Dopingfälle doch viel besser bestrafen könnten als staatliche Gerichte. Das haben sie bei Pechstein auch getan. Nur haben sie leider die Falsche getroffen.

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