Sport : Einstimmig für Thomas Doll

Der Hamburger SV hält an seinem Trainer fest

Karsten Doneck

Berlin - Schnelle Beschlüsse waren nicht zu erwarten. „Wir werden jeden Stein umdrehen, den man umdrehen muss“, hatte der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann angekündigt, als es um die Aufarbeitung der für den Hamburger SV so trostlos verlaufenen Bundesliga-Hinrunde ging. Über drei Tage zogen sich die Beratungen des HSV-Vorstandes hin. Gestern fiel die Entscheidung: Einstimmig sprachen sich die vier HSV-Vorstandsmitglieder Bernd Hoffmann, Dietmar Beiersdorfer, Katja Kraus und Christian Reichert für den Verbleib von Thomas Doll als Trainer aus. Auch Beiersdorfers darf als Sportchef weitermachen. Der Aufsichtsrat mit Chef Udo Bandow wurde unverzüglich über diesen Stand in Kenntnis gesetzt.

„Wir sind davon überzeugt, den Klassenerhalt in der bestehenden Konstellation zu schaffen“, sagte Bernd Hoffmann. Thomas Doll reagierte erleichtert: „Es freut mich, dass wir Geschlossenheit demonstrieren.“ Und selbstbewusst fügte der Trainer hinzu: „Ich bin sicher, dass ich nach wie vor der richtige Mann bin.“ Erste Sofortmaßnahme zur Rettung des HSV vor dem drohenden Abstieg: Chefscout Michael Schröder wird den bestehenden Trainerstab ergänzen, dazu wird ein Leistungsdiagnostiker eingestellt.

Der HSV hatte sich unter Doll in der Hinrunde in eine sportliche Schieflage manövriert. Die Mannschaft ist Vorletzter, sie hat vier Punkte Rückstand zum rettenden 15. Tabellenplatz. Beiersdorfer, im Zuge der Talfahrt selbst in die Kritik geraten, und Doll hatten dem Vorstand am Montag ihr Konzept erläutern müssen, wie sie den HSV aus den Tiefen der Tabelle herauszuführen gedenken. Doll baut vor allem darauf, dass sich die Verletztenlage bald bessert. In der Hinrunde musste der Trainer aufgrund von Verletzungen und Rot-Sperren zeitweise bis zu acht Stammspieler ersetzen. Mit Ausnahme von Vincent Kompany, der an der Achillesferse operiert worden ist, und dem noch zwei Spiele gesperrten Rafael van der Vaart werden Doll zu Beginn der Rückrunde alle Spieler wieder zur Verfügung stehen – und vielleicht noch ein bisschen zusätzliches Personal. Das Konzept, das Beiersdorfer seinen Vorstandskollegen vortrug, sieht vor, in der Winterpause noch einen Torwart, einen Verteidiger und einen Stürmer zu verpflichten.

In den ersten drei Spielen der Rückrunde in Bielefeld, gegen Cottbus und bei Hertha BSC muss Doll die Wende gelingen. Ansonsten stünde die Trainerfrage beim HSV ganz schnell wieder auf der Tagesordnung.

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