Sport : Einstürzende Umbauten

Christian Hönicke

sorgt sich um die Stabilität des Nürnberger WM-Stadions Die Fußball-WM ist in Gefahr. Zumindest in Nürnberg. Fünf Spiele des Großereignisses sollen im kommenden Jahr eigentlich in der fränkischen Metropole ausgetragen werden. Doch inzwischen gibt es erste Zweifel, ob das örtliche Frankenstadion dieser Herausforderung überhaupt gewachsen ist. Beim Erfolg im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden am 25. Oktober bot der 1.FC Nürnberg seinen Fans eine seltene Gelegenheit zu ausgelassenen Hüpfattacken – das Betonachteck reagierte darauf mit Schwingungen und ließ den Putz bröckeln. Das ist umso bemerkenswerter, da die Sanierung des Stadions erst vor sieben Monaten abgeschlossen wurde.

Am Sonntag nun sollen 500 Fans noch einmal in der Arena hüpfen; Statiker werden die Auswirkungen aufzeichnen und analysieren. Beim Fußball-Weltverband Fifa wird man an diesem Tag ganz genau nach Franken schauen, schließlich wird er sein erfolgreichstes Produkt nur ungern in Zusammenhang mit einstürzenden Tribünen bringen wollen. Doch in Nürnberg sind sie deswegen nicht beunruhigt. Gerüchten zufolge hat WM-OK-Chef Franz Beckenbauer nämlich bereits einen Notfallplan ausgearbeitet, um das Stadion in den Monaten vor der WM zu schonen.

Es wird gemunkelt, dass der Entwurf im Großen und Ganzen exakt einen Punkt beinhaltet: Der 1. FC Nürnberg verpflichtet sich dazu, seine aktuelle Spielweise beizubehalten. Dadurch würde die Hüpfbereitschaft seiner Fans auf ein erträgliches Maß reduziert. Und das leise In-Sich-Zusammensinken der Anhänger angesichts der vielen Gegentore dürfte das Frankenstadion wohl gerade noch so aushalten.

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