Sport : Einteiler vor, noch ein Tor

Armin Lehmann

über Kameruns Kampf gegen den Fußball-Weltverband Fifa Die Träger sind ohne Nähte, dadurch erhalten sie optimalen Tragekomfort. Der Bauch-weg-Schnitt garantiert Body-Shaping der feinen Art und ist für die figurbetonte Mode ideal geeignet.“ Aus Triumph Ladyform, Kategorie Tag- und Nachtwäsche.

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Einteiler sind eine feine Sache, und auch Kameruns Fußball-Nationalteam wollte wissen, was optimaler Tragekomfort heißt. Die Spieler trugen das „heiße Ding“ (anonyme Unterstützerin der Unterschriften-Aktion pro Einteiler) verbotenerweise beim Afrika-Cup und wurden dafür vom Fußball-Weltverband bestraft. Einteiler entsprechen angeblich nicht der Fifa-Regel Nr. 4, nach der eine Spielkleidung aus einem Hemd und Shorts bestehen muss. Präsident Blatter sah „die Autorität der Fifa missachtet“, weshalb die Afrikaner 125 000 Euro zahlen und ihnen sechs Punkte in der Qualifikation für die WM 2006 abgezogen werden sollten, was die eigens dafür eingesetzte Disziplinarkommission als „verhältnismäßig“ bezeichnete. Damit hätte Kamerun keine Chance mehr gehabt, sich für die WM in Deutschland zu qualifizieren.

Nun feiert die Fifa 100. Geburtstag, hat Kamerun begnadigt, und Blatter denkt, alle haben ihn lieb. Aber da irrt er sich. Heerscharen von Modemachern werden sich zusammenschließen und mit Winni Schäfer, Kameruns deutschem Trainer, so lange gegen die Fifa zu Felde ziehen, bis Artikel 4 wirklich Gerechtigkeit widerfährt und der Einteiler siegt. Denn auch ein Einteiler, so einst die Fifa-Technikkommission, besteht aus Hemd und Shorts, nur eben zusammengenäht.

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