Eintracht Braunschweig - Bayer Leverkusen 1:0 : Die Rollen vertauscht

Bayer Leverkusen bietet am elften bundesliga-Spieltag bei Schlusslicht Eintracht Braunschweig nur eine B-Elf auf – und beschert dem Aufsteiger beim 1:0 den ersten Heimsieg seit 1985.

Duell mit Bart. Der Braunschweiger Torschütze Domi Kumbela (links) und Leverkusens Emre Can streiten um den Kopfball. Foto: afp
Duell mit Bart. Der Braunschweiger Torschütze Domi Kumbela (links) und Leverkusens Emre Can streiten um den Kopfball.Foto: afp

Braunschweig - Bundesliga-Schlusslicht Eintracht Braunschweig hat Bayer Leverkusen und Trainer Sami Hyypiä eine bittere Lektion erteilt. Mit zahlreichen Stars auf der Bank und mangelnder Einstellung auf dem Platz ermöglichte das Top-Team Aufsteiger Braunschweig den ersten Heimsieg in der Bundesliga seit über 28 Jahren. „Braunschweig hat heute mehr Willen gezeigt“, sagte Leverkusen-Coach Hyypiä nach dem 0:1 (0:0) am Samstag. Eintracht-Stürmer Domi Kumbela schoss in der 81. Minute den völlig verdienten Sieg des Aufsteigers heraus und sorgte für frenetischen Jubel unter den 22 720 Fans.

„Das war Extase pur“, befand auch Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht. Den letzten Heimsieg der Niedersachsen in der Bundesliga hatte es am 3. Mai 1985 beim 2:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern gegeben. Trotz der großen Überraschung bleibt Braunschweig mit nun sieben Punkten nach elf Spieltagen Bundesliga-Schlusslicht. An der Tabellenspitze hat der Dritte Leverkusen den Kontakt zu Bayern München und Borussia Dortmund ein wenig verloren. Zu allem Überfluss sah der eingewechselte Lars Bender in der Nachspielzeit noch Gelb-Rot. „Das war ein schwarzes Wochenende für uns“, sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler: „Nicht nur, weil wir verloren haben. Alle anderen haben ja auch gegen uns gespielt.“

Drei Tage vor dem Champions-League-Spiel bei Schachtjor Donezk hatte Bayer-Coach Hyypiä zunächst auf Bender und sein Offensiv-Trio Heung-Min Son, Sidney Sam sowie Stefan Kießling verzichtet. Der Torjäger der Rheinländer saß nach zuletzt 60 Start-Einsätzen erstmals seit anderthalb Jahren zu Beginn nur auf der Bank. Im Angriff spielten zunächst Jens Hegeler, Eren Derdiyok und Robbie Kruse. Durch die vielen Umstellungen taten sich die Gäste in der Offensive zunächst schwer. Vor allem Derdiyok und Kruse nutzten ihre Chance nicht und blieben harmlos. „Ich stehe hinter meiner Entscheidung“, meinte Hyypiä zur Aufstellung: „Im Nachhinein ist man immer schlauer.“ Es bedurfte einer Riesen-Chance der Eintracht, die Omar Elabdellaoui leichtfertig neben das Tor setzte , um Bayer zu Beginn etwas aufzuwecken. Doch Kruse und Simon Rolfes konnten ihre Chancen nicht nutzen.

Hyypiä reagierte zur Pause auf den lethargischen Auftritt seiner Elf und brachte in Nationalspieler Bender zumindest eine Stammkraft für Can. Dennoch nahm der Druck der Eintracht zu, Braunschweig war nun klar spielbestimmend und vergab gute Gelegenheiten. Hyypiä reagierte erneut und brachte in Kießling und Sam seine Top-Offensivleute. Doch auch das zeigte keine Wirkung: Braunschweig blieb am Drücker.

Die Leidenschaft der Eintracht wurde knapp zehn Minuten vor Schluss endlich belohnt. Kumbela drückte eine Hereingabe von Norman Theuerkauf über die Linie. „Das war eine große Erleichterung, das haben wir uns hart erarbeitet“, sagte der Sieg-Torschütze und genoss den großen Jubel. dpa

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