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Eintracht Braunschweig - Bayern München 0:2 : Mehr Worte als Taten beim FC Bayern

Ein mäßig motivierter und lustloser FC Bayern siegt 2:0 bei Eintracht Braunschweig, der Abstiegskandidat hielt lange gut mit. Die Münchener Leistung sollte angesichts der Ansprüche nachdenklich stimmen.

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Erlösendes Tor gegen Braunschweig: Bayerns Claudio Pizarro.
Erlösendes Tor gegen Braunschweig: Bayerns Claudio Pizarro.Foto: afp

Die Wahrnehmung eines Sieges, der viele Schwächen übertünchte, fiel höchst unterschiedlich aus. "War ein guter Test", sagte Thomas Müller und grinste sich einen. "Fehler hatten wir mit Sicherheit auch im Spiel", befand Philipp Lahm. Der Kapitän des FC Bayern München sah bei seiner Analyse des mühsamen 2:0 (0:0)-Erfolges schon etwas ernster aus und wirkte selbstkritischer.

Wie das mühsame Stück Arbeit des Tabellenführers bei Eintracht Braunschweig wirklich einzustufen war, erklärte dann aber der Trainer selbst. "Wir haben wie eine kleine, kleine Mannschaft gespielt", sagte Pep Guardiola. Sollte heißen: Die Münchener haben mehr gekämpft als geglänzt und sich Fehler in Serie erlaubt, die angesichts ihrer großen Ziele durchaus nachdenklich stimmen.

Ribéry entnervt ausgewechselt

Bei normalen Mannschaften der Fußball-Bundesliga würden die rettenden späten Tore und der Jubel danach in Erinnerung bleiben. Claudio Pizarro und der eingewechselte Mario Mandzukic schossen den 26. Sieg im 31. Spiel der Saison heraus. Bei einem Krösus wie dem FC Bayern bleibt der Eindruck zurück: Wie kann man nur so viele Fehler machen? Die erste Halbzeit eines Spiels, das 23 325 Zuschauer zu verblüffen wusste, offenbarte Münchener Fehlpässe in Serie.

Vor allem was Franck Ribéry zu bieten hatte, geht nicht gerade als gelungene Generalprobe für das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League bei Real Madrid durch. "Franck kann nicht immer überragend spielen. Wichtig ist, dass wir alle zusammen spielen", sagte Guardiola. Er hatte Ribéry in der 73. Minute vom Feld geholt und ausgetauscht.

Rummenigge: "Keine Kuschel-Oase"

Es wurde trotzdem wieder eine dieser Schlussphasen, die der FC Bayern als nimmersatter Favorit so gerne mag. Dem Schlusslicht schwanden die letzten Kräfte. Und zur Verschärfung der Schlussphase wurden mit Müller und Mandzukic mal eben noch zwei Nationalspieler eingewechselt. "Wenn du gegen die Bayern was holen willst, musst du auch mal einen wegmachen", sagte Braunschweigs Mirko Boland. Jedem war klar, dass er zu nett war, um die Szene seines Kollegen aus dem Mittelfeld direkt anzusprechen. Jan Hochscheidt war in der 18. Minute nach einer Flanke von Omar Elabdellaoui zum Kopfball gekommen und hatte das mögliche 1:0 für die Eintracht vergeben. Es wäre die verdiente Krönung einer ersten Halbzeit gewesen, in der Braunschweig mit viel Kampf und so manchem Foul den Bayern den Spaß am Fußball genommen hatte.

Viele Münchener Profis gaben sich lange dem Versuch hin, den schmerzhaften Zweikämpfen möglichst fern zu bleiben. "Braunschweig ist mitten im Abstiegskampf. Da ist jeder Zweikampf Krieg", sagte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef der Bayern. Trotzdem war auch er der Meinung, dass das Gerumpel von Braunschweig ein wichtiger Schritt in Richtung Madrid war. Von einer gefährlichen Lethargie und einem Mangel an Anspannung des Münchener Trosses, der nach den jüngsten Rückschlägen hausintern recht kontrovers diskutiert hat, möchte er nichts hören. Trotzdem wurde auch er wieder mit dem Begriff "Kuschel-Oase" konfrontiert. "Wir hatten keine", sagte Rummenigge, wünschte frohe Ostern und freute sich demonstrativ auf Madrid.

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