Eintracht Frankfurt : Die grauen Jahre sind vorbei

Als sich die Frankfurter Spieler nach dem 2:1 von ihren Anhängern feiern ließen, waren es nicht nur der erste Sieg in Bochum seit 15 Jahren und die vorwärtsgerichtete, anspruchsvolle Spielweise, die als Treibstoff für den Frankfurter Stimmungsmotor dienten.

Richard Leipold[Bochum]
Applaus. Dank des 41. Punktes hat sich Skibbes Vertrag angeblich verlängert. Foto: ddp
Applaus. Dank des 41. Punktes hat sich Skibbes Vertrag angeblich verlängert. Foto: ddpFoto: ddp

Es waren vor allem die neuen Perspektiven, die sich nach diesem Auswärtssieg eröffnen: Perspektiven, die gewöhnungsbedürftig erscheinen nach so vielen grauen Jahren. Zumindest bis Sonntagabend, bis zum Spiel des Hamburger SV in Mönchengladbach, trennen die Eintracht nur noch drei Punkte vom sechsten Tabellenplatz, der am Ende der Saison die Eintrittskarte in die Europa League sein könnte, da München und Bremen im Pokalfinale stehen.

Insofern könnte den Frankfurtern eine spannende Zeit bevorstehen. Doch die beiden maßgeblichen Führungskräfte im Klub deuteten die Lage, wie so oft, unterschiedlich; nicht im Grundsatz, aber doch in den Feinheiten. Trainer Michael Skibbe hält am ursprünglichen Saisonziel fest, die Marke von 46 Punkten zu überschreiten: „Das ist realistisch“, sagte er. Und es wäre der größte Erfolg im Ligabetrieb seit sechzehn Jahren. Unabhängig davon „nehmen wir jeden Punkt mit, den wir kriegen können“, betont der Trainer. Wo das hinführen könnte, darüber wollte er nicht mutmaßen. Skibbe sagte nur, was in seinen Augen nicht dabei herauskommt: ein Rang unter den ersten sechs. „Die Mannschaften, die vor uns platziert sind, werden uns nicht herankommen lassen. Den sechsten Platz zu erreichen, ist unrealistisch.“

Kein Druck aus der Führungsetage

Wer in Bremen und Dortmund gewinnt, wer daheim den FC Bayern bezwingt, muss sich solchen Themen stellen, ob er will oder nicht – es gehört gewissermaßen zum Kundendienst, zumal an einem Standort wie Frankfurt, am dem hohe Ziele Tradition haben. Heribert Bruchhagen, sonst eher vorsichtig im Formulieren von Ansprüchen, geht das Thema Europapokal ein wenig offener an als der Trainer. Wenn die Mannschaft imstande sein sollte, ihre Leistung aus den Spielen bis zum Saisonende zu halten, dann „wäre es töricht, wenn wir die kleine Chance auf den Europapokal nicht versuchen würden zu nutzen.“ Andererseits wollte auch der Klubchef die Mannschaft nicht unter Druck setzen. „Die über uns stehenden Mannschaften sind keine Laufkundschaft, und Rückschlagspotenzial ist bei uns auch genug vorhanden“, sagte er.

Dass sich dies ändert, daran werden Skibbe und Bruchhagen weiter gemeinsam arbeiten. Der Trainer, dessen Vertrag sich gerüchteweise erst ab der Marke von vierzig Punkte verlängert, verkündete nach dem 41. Punkt nicht ohne Freude: „Ich werde auch in der nächsten Saison Trainer der Eintracht sein.“

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