Sport : Eintracht Frankfurt: Ein Opfer für den Wiederaufstieg

Eintracht Frankfurt hat nur sechs Tage nach dem Abstieg in die zweite Fußball-Bundesliga mit ersten Aufräumarbeiten die ersten Schritte in die Zukunft gemacht. Nach einer fast sechsstündigen Sitzung des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Eintracht Fußball AG wurde Sportdirektor Rolf Dohmen mit sofortiger Wirkung entlassen. Dagegen bleibt der umstrittene Vorstandschef Steven Jedlicki weiter im Amt.

Der erfolglose Trainer Friedel Rausch wurde ebenfalls ab sofort zum Team-Manager befördert. Der 62-Jährige soll in der Zweiten Liga gemeinsam mit dem neuen Trainer Martin Andermatt die sportlichen Geschicke der Hessen lenken. Um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen, steht der launischen Diva vom Main der Rekordetat von 50 Millionen Mark zur Verfügung. Das kündigte der Traditionsverein in einer Pressemitteilung an.

Für Dohmen, einem ehemaligen Vertreter einer Sportartikelfirma, der nach der Entlassung Felix Magaths im Januar vorübergehend den Trainerposten übernommen hatte, ist das Kapitel Eintracht bereits nach weniger als einem Jahr beendet. "Er hat während seiner Zeit in Frankfurt einige unglückliche Situationen erlebt", begründete Aufsichtsrats-Boss Reinhard Gödel die in den Augen der AG notwendige Entlassung.

Jedlicki wurde indes vom Aufsichtsrat das Vertrauen ausgesprochen. "Wir haben Steven Jedlicki in seiner Position gestärkt", sagte Gödel. Dem 50-Jährigen wird allerdings mit sofortiger Wirkung ein sportlicher Helfer zur Seite gestellt. "Wir werden einen dritten Vorstand für den Bereich Sport einstellen", bestätigte Gödel im Anschluss an die Sitzung. Kommissarisch wird Aufsichtsrat Dieter Ehrich diesen Posten übernehmen.

Weit wichtiger als das Personalkarussell ist für die gesamte AG aber der sofortige Wiederaufstieg. "Ein Jahr zweite Liga langt - wir wollen sofort wieder hoch", sagte Mediendirektor Günter-Peter Ploog. Dafür ermöglichte Geldgeber und Partner Octagon einen Rekordetat für die zweite Liga von 50 Millionen Mark.

Zum Vergleich: Aufsteiger 1. FC Nürnberg wirtschaftete in der vergangenen Spielzeit mit etwas mehr als 30 Millionen Mark. "Wir gehen optimistisch in die neue Saison und werden dem direkten Wiederaufstieg alles unterordnen", sagte Ploog.

Rausch soll gemeinsam mit dem neuen Trainer Martin Andermatt die kommenden vier Wochen bis zum Trainingsbeginn nutzen, um eine neue Mannschaft aufzubauen. "Rausch wird derjenige sein, der mit Trainer Andermatt zusammen den Aufstieg bewerkstelligen wird. Allerdings will er nicht auf der Bank sitzen, sondern die Geschehnisse auf dem Rasen von der Tribüne aus beurteilen", bestätigte Ploog die neue Rolle von Friedel Rausch.

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