Sport : Eintracht Frankfurt - Schalke 04: Wenn der Adler verpflichtet

Abstiegskandidat Eintracht Frankfurt und Titelaspirant FC Schalke 04 treten auf der Stelle. Doch nach dem 0:0 vor 37 400 Zuschauern im Waldstadion waren beide Seiten darum bemüht, die wenigen positiven Aspekte in den Vordergrund zu stellen. "Kampfbetont und gerecht", bezeichnete Schalkes Coach Huub Stevens das Ergebnis von 90 Arbeitsminuten, die die Schalker im Rennen um Platz eins in der Ersten Fußball-Bundesliga aber weiter zurückwarfen.

Schalke fehlen vor den letzten neun Saisonspielen schon fünf Punkte auf Spitzenreiter Bayern München. "Natürlich wollen wir Meister werden, aber man muss immer realistisch bleiben", befand Stevens, dessen Team ohne den erkrankten Torjäger Emile Mpenza keine Titelreife aufwies. Auch Frankfurts Interimscoach Rolf Dohmen blieb nach dem ersten Punktgewinn aus den letzten drei Spielen auf dem Boden der Tatsachen. "Die vielen vergebenen Chancen tun weh. Wir haben zwei Punkte verloren, und es war nur ein Millimeter-Schritt nach vorn. Aber die Mannschaft hat gezeigt, was in ihr steckt", sagte er.

42 Punkte benötigt die Eintracht nach Dohmens Hochrechnung zum Klassenerhalt, vom Erreichen des Ziels ist er überzeugt: "Auf die Leistung lässt sich aufbauen, weil das Team guten, selbstbewussten Fußball gespielt hat. Wenn wir so weiter machen, haben wir mit dem Abstieg nichts zu tun." Die Chance zum neunten Saisonerfolg ließ in erster Linie Pawel Kryszalowicz mit zwei kläglichen Schussversuchen (80./82) ungenutzt.

Nach der zuletzt heftigen Kritik in der Boulevardpresse, in der die Eintracht-Profis als "Versager, Weicheier und Arbeitsverweigerer" tituliert wurden, hatte Eintracht-Vorstand Steven Jedlicki ("Adler verpflichtet") an die Mannschaft und die Fans appelliert. Nach der Partie bekräftigte er, dass die Frankfurter in dieser Saison keinen neuen Trainer verpflichten wollen: "Wir suchen einen Trainer, sind im Gespräch. Aber wir haben uns entschlossen, Dohmen und Kotrainer Kraaz bis zum Saisonende das Vertrauen zu schenken." Ob da nicht auch die Finanznot mitspielt?

0 Kommentare

Neuester Kommentar